26 February 2026, 16:38

Joe Lycett wird offiziell zu Hugo Boss – ein Protest mit Geschichte

Ein Plakat, das ein Humorsalon in Paris, Frankreich, ankündigt, mit Text, der die Angebote des Salons beschreibt.

Joe Lycett wird offiziell zu Hugo Boss – ein Protest mit Geschichte

Der Komiker Joe Lycett hat seinen Namen offiziell in Hugo Boss geändert – als Protest gegen die aggressive juristische Vorgehensweise der Modemarke. Der Schritt folgt auf Jahre, in denen das Unternehmen Abmahnungen an kleine Betriebe und gemeinnützige Organisationen verschickte, die das Wort "BOSS" oder ähnliche Begriffe nutzten.

Die Namensänderung fällt mit Lycetts Ankündigung eines neuen Produkts in seiner Sendung "Got Your Back" zusammen.

Der Konflikt hat seinen Ursprung in der Geschichte von Hugo Boss, kleine Organisationen wegen Markenrechtsverletzungen zu verklagen. 2018 erhielt die Wohltätigkeitsorganisation "DarkGirlBoss" einen Anwaltsbrief, nachdem sie versucht hatte, ihren Namen zu schützen. Auch die Brauerei "Boss Brewing" aus Swansea sah sich mit 10.000 Pfund Anwaltskosten konfrontiert, nachdem der Modekonzern eine Unterlassungserklärung verschickt hatte.

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Lycett, der nun offiziell Hugo Boss heißt, betonte, dass er – anders als das ursprüngliche Unternehmen – keine Uniformen für die Nazis produziert habe. Der Firmengründer Hugo Ferdinand Boss war Mitglied der NSDAP und Unterstützer Hitlers. Während des Zweiten Weltkriegs ließ das Unternehmen Zwangsarbeiter:innen SS-Uniformen herstellen.

1999 entschuldigte sich Hugo Boss öffentlich für die Kriegsverbrechen des Unternehmens und räumte ein, dass die Vorgängerfirma Zwangsarbeit ausgenutzt habe. Später wurde ein Entschädigungsfonds für überlebende Opfer eingerichtet. 2011 bekräftigte das Unternehmen erneut sein Bedauern über das "Leid und die Entbehrungen", die in seinen Kriegsfabriken verursacht wurden.

Heute ist Hugo Boss in 127 Ländern aktiv und beschäftigt über 14.000 Mitarbeiter:innen. Der globale Umsatz lag 2018 bei mehr als 2,3 Milliarden Pfund.

Lycetts Namenswechsel lenkt die Aufmerksamkeit auf die anhaltenden Spannungen zwischen dem Modekonzern und kleineren Unternehmen. Die Vorstellung seines neuen Produkts wird in "Got Your Back" auf Channel 4 zu sehen sein. Unterdessen setzt das Unternehmen weiterhin seine Markenrechte durch – während betroffene Betriebe die juristischen und Umfirmierungskosten tragen müssen.