Indra Baier-Müller verlässt Freie Wähler nach politischer Zerreißprobe im Oberallgäu
Jonas HofmannStadtrat im Oberallgäu tritt nach Rückzug aus Partei aus - Indra Baier-Müller verlässt Freie Wähler nach politischer Zerreißprobe im Oberallgäu
Indra Baier-Müller, Landrätin des Landkreises Oberallgäu, hat die Freien Wähler verlassen. Ihr Austritt erfolgt, nachdem sie bekannt gegeben hatte, bei der anstehenden Kommunalwahl nicht mehr für eine Wiederwahl anzutreten. Als Grund für ihren Schritt nannte sie tiefe Meinungsverschiedenheiten über die politische Ausrichtung.
Erstmals Schlagzeilen machte Baier-Müller 2020, als sie das Amt der Landrätin gewann und damit eine jahrzehntelange Dominanz der CSU im Landkreis beendete. Ihr Sieg gegen Alfons Hörmann, damals Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, markierte einen Wandel in der lokalen Politik.
Ihre Amtszeit gestaltete sich jedoch bald kontrovers. Wiederkehrende Konflikte mit Naturschützern prägten ihre Amtszeit, insbesondere in der Wildtierpolitik. Sie setzte sich für eine bewaffnete Einheit ein, die Braunbären erschießen sollte, und erweiterte Maßnahmen zur Regulierung des Biberbestands – beides stieß auf juristischen Widerstand. Gerichte stoppten später ihre Initiativen.
Im vergangenen Jahr hatte sie bereits angekündigt, nicht für eine zweite Amtszeit kandidieren zu wollen. Nun folgt auf diese Entscheidung ihr Austritt aus den Freien Wählern. Sie begründete dies damit, dass ihre politische Vision nicht mehr mit der Strategie der Partei übereinstimme.
Mit Baier-Müllers Abgang verlieren die Freien Wähler eine ihrer bekanntesten lokalen Persönlichkeiten. Ihre Politik im Wildtiermanagement löste anhaltende Debatten und rechtliche Rückschläge aus. Die Partei muss sich nun auf ihre Abwesenheit einstellen – kurz vor dem nächsten Wahlkampf.