IEA fordert Tempolimit und autofreie Sonntage – doch der Verkehrsminister blockt
Clara HartmannIEA fordert Tempolimit und autofreie Sonntage – doch der Verkehrsminister blockt
Die Internationale Energieagentur (IEA) hat zu dringenden Maßnahmen aufgerufen, um den Verbrauch fossiler Brennstoffe zu senken – darunter niedrigere Tempolimits und ein Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Zu ihren Vorschlägen gehört auch eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen um mindestens 10 km/h. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat die Idee eines generellen Tempolimits jedoch bereits abgelehnt.
Die jüngsten Empfehlungen der IEA konzentrieren sich auf kurzfristige Schritte, um die Nachfrage nach Öl und Gas zu verringern. Dazu zählen der Ausbau öffentlicher Verkehrsnetze sowie die Förderung von Elektrofahrzeugen, Wärmepumpen und energieeffizienten Heizsystemen – insbesondere für Haushalte mit geringem Einkommen. Die Agentur schlug zudem strengere Maßnahmen vor, wie Fahrverbote, autofreie Sonntage und reduzierte Geschwindigkeitsbegrenzungen, betonte jedoch, dass jede Option sorgfältig geprüft werden müsse.
Schnieder lehnte den Vorschlag eines Tempolimits ab und argumentierte, dieser sei unnötig. Stattdessen solle jeder Autofahrer eigenverantwortlich entscheiden, wie er Sprit sparen könne. Der Minister kritisierte zudem die Vorstellung eines „Bevormundungsstaats“ und bestand darauf, dass die Bürger keine behördlichen Vorgaben bräuchten, um verantwortungsbewusst zu handeln.
Obwohl Schnieder andere Einschränkungen wie temporäre Fahrverbote oder autofreie Tage nicht grundsätzlich ausschließt, pocht er darauf, dass etwaige Maßnahmen verhältnismäßig sein müssten. Seine Haltung steht damit im Kontrast zu den Forderungen der IEA nach gezielten Sofortmaßnahmen, um die Belastung der Energieversorgung zu verringern.
Die Vorschläge der IEA zielen darauf ab, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen durch praktische Änderungen im Verkehrssektor und beim privatem Energieverbrauch zu verringern. Schnieders Ablehnung eines Tempolimits wirft jedoch die Frage auf, wie Deutschland den Kraftstoffbedarf kurzfristig decken will. Bislang setzt die Regierung auf freiwillige Einsparungen statt auf verbindliche Vorgaben.






