Historische Reform im Auswärtigen Amt: So verändert sich die deutsche Diplomatie
Clara HartmannHistorische Reform im Auswärtigen Amt: So verändert sich die deutsche Diplomatie
Das Auswärtige Amt durchläuft die tiefgreifendste strukturelle Reform seit Jahren. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat eine umfassende interne Umgestaltung eingeleitet, die den Betrieb und die Organisation des Ministeriums grundlegend verändern wird.
Im Rahmen der Reform werden gesamte Abteilungen aufgelöst, fusioniert oder neu strukturiert. Vier Unterabteilungen und neun Fachreferate entfallen. Die Zuständigkeit für Russland und die Ukraine wird künftig in die Europa-Abteilung übergehen, während das Referat für die USA und Kanada in eine neu geschaffene Amerika-Abteilung eingegliedert wird – erstmals vereint dies Nord- und Lateinamerika unter einem Dach.
Fast alle der rund 3.000 Mitarbeiter des Ministeriums erhalten neue E-Mail-Adressen. Sämtliche Einheiten in der Berliner Zentrale werden umbenannt, und Beschäftigte in umstrukturierten Abteilungen müssen im Herbst ihre Büros wechseln. Federführend bei der Reform sind die Berufsbeamten und Staatssekretäre Géza Andreas von Geyr und Bernhard Kotsch.
Erfahrene Diplomaten bewerten die Neugestaltung der Rolle des Politischen Direktors als Schwächung der Position. Das Auswärtige Amt bezeichnet die Änderungen als den bedeutendsten Umstrukturierungsprozess der jüngeren Geschichte.
Die Reform bringt erhebliche operative Veränderungen im gesamten Ministerium mit sich. Umzüge von Mitarbeitern, umbenannte Einheiten und neue Berichtswege treten in den kommenden Monaten in Kraft. Die Neuerungen markieren einen grundlegenden Wandel in der globalen diplomatischen Arbeit des Auswärtigen Amts.






