27 January 2026, 06:08

Hebammen in Schleswig-Holstein kämpfen gegen unfairen Vertrag und drohenden Fachkräftemangel

Ein detailliertes Stadtplan von Schleswig-Holstein, das Straßen, Gebäude, Sehenswürdigkeiten und Text enthält, der Informationen über die Geschichte, Kultur und Attraktionen der Stadt bietet.

Opposition fordert bessere Arbeitsbedingungen für Hebammen - Hebammen in Schleswig-Holstein kämpfen gegen unfairen Vertrag und drohenden Fachkräftemangel

Intensive Debatte um neuen Hebammenvertrag in Schleswig-Holstein

Am Mittwochnachmittag steht im Schleswig-Holsteinischen Landtag eine hitzige Debatte über den neuen Hebammenvertrag an. Kritiker werfen dem Abkommen vor, die Arbeitsbedingungen verschlechtert, die Einkommen gekürzt und den bürokratischen Aufwand für freiberufliche Hebammen erhöht zu haben. Viele fürchten nun einen massiven Austritt aus dem Beruf – und das in einer Zeit, in der die Geburtenraten ohnehin rückläufig sind.

Eigentlich sollte der Vertrag die Bezahlung stabilisieren und die Bedingungen für selbstständige, klinikgebundene Hebammen verbessern. Doch stattdessen führte er zu Einkommensverlusten von mindestens 20 Prozent, wie der Deutsche Hebammenverband berichtet. Anke Bertram, Vorsitzende des Landesverbands der Hebammen in Schleswig-Holstein, nannte die Vereinbarung eine 'Ohrfeige' für eine Berufsgruppe, die bereits jetzt unter großer Belastung steht.

Die Hebammen beschreiben die neuen Regelungen als demoralisierend: Wichtige Leistungen würden nun deutlich schlechter bezahlt – oder gar nicht mehr. Bertram fordert einen 'Paradigmenwechsel' in der Wertschätzung des Berufs und betont die unverzichtbare Unterstützung, die Hebammen vor, während und nach der Geburt leisten. Birte Pauls, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD, warnte, ein weiterer Verlust an Hebammen sei für das Land 'nicht tragbar'. Oppositionsparteien wie SPD, FDP und SSW unterstützen die Forderung nach Nachverhandlungen. SSW-Landesvorsitzender Christian Dirschauer räumte ein, der Vertrag habe nach hinten losgegangen und zu mehr Bürokratie sowie finanzieller Belastung geführt. Auch der ehemalige Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) mahnte bessere Konditionen an, um weitere Schäden für den Berufsstand abzuwenden.

Nun muss der Landtag entscheiden, ob der Vertrag nachgebessert oder alternative Lösungen gefunden werden. Ohne Änderungen, so die Hebammen, drohe die aktuelle Regelung noch mehr Fachkräfte in die Flucht zu treiben. Die anstehende Entscheidung könnte darüber entscheiden, ob Schleswig-Holstein seine geburtshilfliche Versorgung langfristig sichern kann.

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