Handwerk in Steinfurt kämpft mit Vergaberecht, Schwarzarbeit und Energiekosten
Jonas HofmannHandwerk in Steinfurt kämpft mit Vergaberecht, Schwarzarbeit und Energiekosten
Lokale Verantwortliche und Vertreter der Handwerksinnungen trafen sich kürzlich, um die Herausforderungen im Handwerkssektor zu erörtern. Beim jährlichen Austausch zwischen der Kreisverwaltung Steinfurt und der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf standen zentrale Themen wie Vergaberecht, Schwarzarbeit und steigende Kosten im Mittelpunkt.
An den Gesprächen nahmen unter anderem Landrat Dr. Martin Sommer, Bau- und Umweltdezernent Carsten Rehers sowie Christian Holterhues, Geschäftsführer der WESt, teil. Ein Schwerpunkt der Diskussionen waren die bevorstehenden Änderungen im öffentlichen Vergaberecht für Nordrhein-Westfalen. Ab dem 1. Januar 2026 sollen die neuen Regelungen Bürokratie abbauen und mehr Flexibilität bieten. Kleinere Losgrößen bei Ausschreibungen und fairere Wettbewerbsbedingungen wurden als besondere Vorteile für heimische Handwerksbetriebe hervorgehoben.
Die Bekämpfung der Schwarzarbeit blieb ein zentrales Anliegen. Die Teilnehmer waren sich einig, dass illegale Beschäftigungspraktiken Arbeitsplätze gefährden, die Sozialsysteme belasten und die Kosten für ehrliche Unternehmen sowie Steuerzahler in die Höhe treiben.
Auch die durch die Spannungen im Iran verursachten Energiepreiserhöhungen bereiten Sorgen. Handwerksbetriebe müssen mit höheren Fahrtkosten und Lieferkettenstörungen rechnen. Um die Nachfolgeproblematik zu bewältigen, wirbt der Kreis um gut ausgebildete Nachwuchskräfte und unterstützt Betriebsübergaben über die WESt und die Innung.
Die duale Berufsausbildung wurde zudem als verlässlicher Karriereweg betont. Junge Menschen wurden ermutigt, eine Lehre in Betracht zu ziehen, die gute Aufstiegschancen und langfristige Perspektiven im Handwerk bietet. Die Veranstaltung endete mit einem positiven Fazit: Alle Beteiligten bekräftigten ihre Bereitschaft zur weiteren Zusammenarbeit. Der Kreis und die Handwerkerschaft werden ihre jährlichen Treffen fortsetzen, um den Dialog aufrechtzuerhalten.
Beratungsangebote für Betriebsübernahmen und Ausbildungsinitiativen bleiben bestehen und bieten Handwerkern in der Region weiterhin Unterstützung.






