Hamburgs Kreuzfahrthafen bricht 2023 alle Rekorde – doch die Umwelt bleibt skeptisch
Jonas HofmannHamburg bleibt Deutschlands größter Kreuzfahrthafen - Hamburgs Kreuzfahrthafen bricht 2023 alle Rekorde – doch die Umwelt bleibt skeptisch
Hamburg hat seine Position als führender deutscher Kreuzfahrthafen weiter ausgebaut und 2023 rund 1,4 Millionen Passagiere begrüßt. Gleichzeitig zeigt sich ein wachsender Trend: Fast 40 Prozent der Reisenden verlängern ihren Aufenthalt und verbringen mindestens eine Nacht vor oder nach ihrer Schiffsreise – doppelt so viele wie noch 2016.
Im vergangenen Jahr liefen 295 Schiffe den Hamburger Hafen an, was einem Plus von 100.000 Passagieren im Vergleich zu 2022 entspricht. 2024 feierte der Hafen zudem drei Erstanläufe, was seine Attraktivität als eine der wichtigsten europäischen Kreuzfahrtdestinationen unterstreicht.
Bei der Reduzierung von Emissionen gibt es Fortschritte: 2023 nutzten 162 Schiffe Landstrom – ein Anstieg um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bis 2024 werden alle drei Kreuzfahrtterminals über diese Infrastruktur verfügen und damit EU-Vorgaben vier Jahre vor Frist erfüllen. Dennoch kritisiert die Umweltorganisation NABU, dass die Branche weiterhin stark von fossilen Brennstoffen abhängig bleibt. Seit 2011 setzt sich die Organisation für sauberere Betriebsabläufe ein und wird die weiteren Entwicklungen genau beobachten.
Auch wirtschaftlich profitiert Hamburg vom Kreuzfahrtboom: Übernachtende Passagiere geben im Schnitt 133,59 Euro vor Ort aus und stärken so die lokale Gastronomie- und Einzelhandelsbranche.
Der Hamburger Kreuzfahrtsektor wächst weiter – mit steigenden Passagierzahlen und einer verbesserten grünen Infrastruktur. Die frühe Einführung von Landstrom setzt Maßstäbe, doch bleibt die Abkehr von fossilen Energieträgern eine Herausforderung. Umweltverbände werden die Entwicklungen weiter begleiten, während sich der Hafen auf weiteres Wachstum vorbereitet.






