18 March 2026, 06:09

Guido Westerwelle: Zehn Jahre nach dem Tod einer politischen Ikone

Eine große Gruppe von Menschen mit Fahnen und Schildern vor einem Gebäude während einer LGBTQ+-Rechtsdemo in Berlin, mit Gebäuden, einem Kran und Wolken im Hintergrund.

Vom 'Jungtürken' zum Staatsmann - Guido Westerwelle: Zehn Jahre nach dem Tod einer politischen Ikone

18. März jährt sich Guido Westerwelles Tod zum zehnten Mal – ein Rückblick auf eine der polarisierendsten Figuren der deutschen Politik

Vor genau einem Jahrzehnt starb Guido Westerwelle, einer der umstrittensten Politiker Deutschlands. Der ehemalige Außenminister und Vizekanzler erlag 2016 mit nur 54 Jahren nach langem Kampf gegen Leukämie. Seine Karriere hinterließ tiefgreifende Spuren in der Freien Demokratischen Partei (FDP) und der deutschen Politik insgesamt.

Sein Aufstieg begann in den 1980er-Jahren, als er unter der Mentorschaft von Hans-Dietrich Genscher den Jugendverband der FDP prägte. 2001 übernahm er den Parteivorsitz und führte die Liberalen ein Jahrzehnt lang. Mit seiner markanten Rhetorik und mediengewandten Auftretensweise avancierte er zum "politischen Popstar" – bewundert von den einen, kritisiert von den anderen. 2009 erreichte er den Höhepunkt seiner Macht als Außenminister und Vizekanzler, gekrönt mit der Auszeichnung als Politiker des Jahres.

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Doch sein glanzvoller Stil, geprägt von provokanten Aussagen und temperamentvollen Auftritten, wurde ihm später zum Verhängnis. Kritiker warfen ihm oberflächliche Show vor – ein scharfer Kontrast zum nüchternen Führungsstil einer Angela Merkel oder Sigmar Gabriels. Der desaströse Wahlausgang der FDP 2013, als die Partei erstmals seit ihrem Bestehen an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte, markierte den Tiefpunkt seines politischen Erbes.

Im Juni 2014 erhielt Westerwelle die Diagnose Leukämie. Zwei Jahre lang kämpfte er gegen die Krankheit, in denen er das Buch Zwischen zwei Leben verfasste – eine Reflexion über seine Erkrankung und die Hoffnung auf Heilung. Ein jüngst ausgestrahlter 90-minütiger ARD-Dokumentarfilm gibt zudem Einblicke in sein Privatleben und zeigt einen Mann, der trotz seiner öffentlichen Inszenierung sein größtes Glück in der Liebe fand.

Sein Tod 2016 beendete ein Kapitel deutscher Politik, das von seinem Charisma und seinen Widersprüchen geprägt war. Westerwelle formte die FDP nachhaltig, während sein persönlicher Kampf mit der Krankheit einen seltenen Blick hinter die politische Bühne ermöglichte. Zehn Jahre später wirken sein Einfluss – und die Debatten über seinen Stil – bis heute nach.

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