Grundrente hilft nur wenigen Rentnern – warum Frauen und Ostdeutsche oft leer ausgehen
Clara HartmannWie die Grundrente Betroffene beeinflusst - Grundrente hilft nur wenigen Rentnern – warum Frauen und Ostdeutsche oft leer ausgehen
Die deutsche Rente im Alter, bekannt als Grundrente, hat seit ihrer Einführung im Jahr 2021 über einer Million Rentnern ein zusätzliches Einkommen beschert. Im Durchschnitt erhalten die Bezieher 97 Euro mehr pro Monat, wobei die Auszahlungen zwischen den ost- und westdeutschen Regionen variieren. Aufgrund strenger Einkommensregeln profitieren jedoch nur ein kleiner Teil der anspruchsberechtigten Rentner tatsächlich von der Aufstockung.
Die Grundrente richtet sich an Rentner mit langen Beitragszeiten, aber niedrigen gesetzlichen Renten. 2023 erhielten 1,27 Millionen Menschen die Leistung – mehr als vier Fünftel der Empfänger waren Frauen, insbesondere in Ungarn. Trotz der höheren Anspruchsberechtigung unter Frauen beziehen jedoch nur 46,6 Prozent von ihnen die Zahlungen, während es bei den Männern 70,9 Prozent der Berechtigten sind.
Auch regionale Unterschiede fallen ins Auge: Männer in den ostdeutschen Bundesländern erhalten durchschnittlich 67 Euro monatlich, ihre westdeutschen Pendants dagegen 97 Euro. Bei Frauen liegen die Beträge bei 86 Euro im Osten und 103 Euro im Westen. Die Anrechnungsregeln spielen dabei eine zentrale Rolle – sie mindern oder streichen die Grundrente in 89 bis 95 Prozent der Fälle, in denen sie greifen.
Arbeitsministerin Barbara Bas (SPD) verteidigte die Grundrente mit dem Argument, sie belohne lebenslange Beitragsleistungen und sorge dafür, dass sich Arbeit im Ruhestand auszahle. Kritiker verweisen jedoch darauf, dass aufgrund der Anrechnungsregeln nur 6,21 Prozent der anspruchsberechtigten Rentner die Grundsicherung tatsächlich erhalten.
Die Grundrente hat zwar die monatlichen Einkommen einiger Rentner erhöht, ihre Reichweite bleibt aber begrenzt. Da die meisten Berechtigten durch die Einkommensprüfungen ausgeschlossen werden, ist unklar, inwiefern sie die Altersarmut tatsächlich verringert. Die Bundesregierung betont, das System anerkenne langjährige Beitragszeiten – für diejenigen, die Anspruch haben, fallen die Auszahlungen jedoch bescheiden aus.






