25 March 2026, 22:14

Göttingens Gänseliesel wird 125: Kussverbot aufgehoben und Geheimnisse enthüllt

Plakat zum 75-jährigen Jubiläum der Nationalen Universitären Ausstellung in Lügde, das eine Frau mit Blumenstraßus zeigt und Textbeschriftung.

Göttingens Gänseliesel wird 125: Kussverbot aufgehoben und Geheimnisse enthüllt

Göttingen bereitet sich auf das 125-jährige Jubiläum seines berühmtesten Wahrzeichens vor: den Gänseliesel-Brunnen. Die Stadt zeigt dazu eine Sonderausstellung mit dem Titel "Liebt eigentlich jeder Liesel?" über die Entstehung, Geschichte und tiefen kulturellen Verbindungen des Denkmals zum akademischen Leben. Seit seiner Errichtung im Jahr 1901 bis hin zu seiner Rolle in studentischen Bräuchen ist der Brunnen ein geliebtes Symbol der Universitätsstadt geblieben.

Die Gänseliesel-Statue wurde 1901 enthüllt, nachdem der Bildhauer Paul Nisse einen Wettbewerb aus dem Jahr 1897 gewonnen hatte, an dem sich rund 40 Künstler mit 46 Entwürfen beteiligt hatten. Sein siegreiches Werk zeigt eine Gänsemagd, eine Figur, die schnell zum Identitätssymbol Göttingens wurde. Über die Jahrzehnte hinweg entwickelte sich der Brunnen zu mehr als nur einem Denkmal – er wurde zu einem lebendigen Teil der Studentenkultur, insbesondere durch den "Doktorkuss": Frischgebackene Promovierte steigen nach ihrer Disputation auf den Brunnen, um die Statue zu küssen.

Obwohl dieser Brauch offiziell seit einer Polizeiverordnung von 1926 verboten ist, wurde das Verbot kaum durchgesetzt, sodass die Tradition fortbestehen konnte. Nun hat der Stadtrat anlässlich des 125-jährigen Jubiläums beschlossen, das Kussverbot im Jahr 2026 für drei Tage auszusetzen. Die Ausstellung im Städtischen Museum Göttingen (9. April bis 18. Oktober) präsentiert sowohl den Originalguss von 1901 als auch die weniger bekannte "Leipziger Schwester", eine zweite Abformung, die noch nie gemeinsam mit dem Original gezeigt wurde. Eine zweisprachige Broschüre auf Deutsch und Englisch führt Besucher durch die Geschichte der Statue.

Die Feierlichkeiten beschränken sich nicht auf das Museum: Geführte Stadtrundgänge wie "Rund ums Gänseliesel" verbinden den Brunnen mit historischen Persönlichkeiten wie dem Geiger Joseph Joachim. Zudem verleiht das erste "Göttinger Gänseliesel-Pokal"-Sportturnier den Festlichkeiten eine spielerische Note. Die Ausstellung selbst wird am 9. April um 18:30 Uhr in derGalerie Alte Feuerwache* eröffnet und leitet damit Monate voller Veranstaltungen ein, die der "meistgeküssten Statue der Welt" gewidmet sind.

Die Jubiläumsfeierlichkeiten unterstreichen die prägende Rolle der Gänseliesel für Göttingens akademisches und kulturelles Erbe. Die vorübergehende Aufhebung des Kussverbots, die gemeinsame Präsentation der Originalstatue und des Leipziger Abgusses sowie neue öffentliche Aktivitäten zeigen, wie zeitlos bedeutsam das Denkmal ist. Für Einheimische und Besucher gleichermaßen bieten die Feiern die Gelegenheit, die Traditionen zu erkunden, die den Brunnen zu einem Symbol der Stadt gemacht haben.

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