16 April 2026, 14:14

GKV 2024: Steigende Defizite zwingen Regierung zu radikalen Sparmaßnahmen

Plakat mit dem Text "Präsident Biden beschränkte die Insulin-Kosten auf 35 Dollar pro Monat für Senioren mit Medicare durch das Inflation Reduction Act" und einem Logo.

GKV 2024: Steigende Defizite zwingen Regierung zu radikalen Sparmaßnahmen

Gesetzliche Krankenversicherung steht 2024 vor steigenden Defiziten – Regierung sucht nach Sparlösungen

Das deutsche System der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sieht sich 2024 mit wachsenden Haushaltslücken konfrontiert, da die Kosten schneller steigen als im Vorjahr. Die Ampelkoalition steht nun unter Druck, die Belastungen für Arbeitgeber zu senken und gleichzeitig die Nettolöhne der Beschäftigten zu stärken. Eine von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission wird am Montag ihre Vorschläge zur Konsolidierung vorlegen.

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Anne-Kathrin Klemm, Vorsitzende des BKK-Dachverbandes, hat bereits mehrere Maßnahmen zur Kostendämpfung ins Spiel gebracht. So schlägt sie die Wiedereinführung von Budgetobergrenzen für Hausärzte vor, was jährlich zwischen 500 Millionen und eine Milliarde Euro einsparen könnte. Zusätzliche Deckelungen für Kinder- und Jugendarztpraxen könnten weitere 300 Millionen Euro pro Jahr freimachen.

Klemm regt zudem an, den Herstellerrabatt auf Medikamente von derzeit sieben auf zwölf Prozent anzuheben – eine Maßnahme, die jährlich 1,3 Milliarden Euro sparen würde. Ein weiterer Vorschlag zielt darauf ab, den Mehrwertsteuersatz auf Arzneimittel von 19 auf sieben Prozent zu senken, was die Ausgaben um sechs bis sieben Milliarden Euro pro Jahr verringern könnte. Würde der ermäßigte Steuersatz auch auf Hilfsmittel ausgeweitet, ließen sich zusätzlich 750 Millionen Euro einsparen.

Doch Dr. Andreas Gassen, Vorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes (KBV), warnt, dass Honorarkürzungen Ärzte dazu zwingen könnten, ihre Sprechstundenzeiten zu reduzieren. Klemm betont unterdessen, dass die Sozialabgaben keinesfalls weiter steigen dürften – was die Dringlichkeit alternativer Einsparungen unterstreicht.

Nächste Woche werden die Empfehlungen der Expertenkommission erwartet. Sollten die Pläne umgesetzt werden, könnten sie die finanzielle Belastung für Arbeitgeber und Beschäftigte verringern. Im Mittelpunkt steht weiterhin die Stabilisierung der Krankenversicherung ohne Beitragserhöhungen.

Quelle