23 January 2026, 22:21

GGL warnt vor illegalen Glücksspielanbietern in der Weihnachtszeit

Ein altes Aktienzertifikat mit schwarzem Rand und einem roten Stempel, auf dem der Text 'Casino im Frankfurter Hof Mainz' steht.

GGL warnt vor illegalen Glücksspielanbietern in der Weihnachtszeit

Deutschlands Glücksspielaufsicht GGL veröffentlicht Ratgeber für sicheres Spielen in den Feiertagen

Die deutsche Glücksspielbehörde Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat einen Leitfaden für die Feiertage veröffentlicht, der Spielern helfen soll, illegale Wettanbieter zu erkennen. Die Veröffentlichung erfolgt zu einer Zeit, in der die Sorge wächst, dass Spieler während der Weihnachtszeit vermehrt auf nicht lizenzierte Anbieter im Ausland ausweichen. Unter dem Titel „Illegales Glücksspiel im Internet – Erkennen, Meiden, Melden“ zielt der Ratgeber darauf ab, über typische Risiken und Warnsignale aufzuklären.

Die GGL hat die Handreichung bewusst auf die Weihnachtszeit gelegt, in der das Glücksspielaufkommen traditionell steigt. Die Behörden warnen, dass illegale Anbieter mit raffinierten Methoden den Anschein von Seriosität erwecken – etwa durch Cloaking, bei dem Nutzern je nach Standort unterschiedliche Versionen einer Website angezeigt werden. Zudem nutzen diese Anbieter gezielt Suchmaschinenoptimierung und Affiliate-Marketing, um deutschsprachige Spieler anzusprechen.

Deutschlands strenge Glücksspielregeln, die im Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrag (GlüStV 2021) verankert sind, sehen unter anderem Einzahlungslimits, Werbeverbote und verpflichtende Selbstsperrmechanismen vor. Lizenzierte Anbieter müssen das LUGAS-System für die Echtzeit-Überwachung von Einzahlungen nutzen und einen „Notfall-Knopf“ anbieten, mit dem Spieler ihr Konto sofort sperren können. Illegale Offshore-Plattformen hingegen verzichten meist auf solche Schutzmaßnahmen, unterliegen keiner Aufsicht durch die GGL und bieten Spielern im Streitfall keinen rechtlichen Beistand. Die Behörde listet Alarmzeichen auf, darunter „Grenzenlose“-Werbeaktionen, ausländische Domainnamen und fehlende Spielerschutzfunktionen. Durch eine bessere Kanalisierung – also die Lenkung der Spieler in den regulierten Markt – will die GGL die Attraktivität nicht lizenzierter Anbieter verringern.

Der Ratgeber betont die Risiken des Offshore-Glücksspiels, bei dem Spieler den Schutz deutscher Rechtsvorschriften verlieren. Ohne die Aufsicht der GGL gestaltet sich die Rückforderung von Geldern oder die Klärung von Beschwerden nahezu unmöglich. Die aktuelle Aufklärungskampagne der Behörde ist Teil der laufenden Bemühungen, die Kontrollen im deutschen Glücksspielsektor weiter zu verschärfen.

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