16 March 2026, 00:46

Gewalt und Ängste im Nahverkehr: Jeder Vierte fühlt sich unsicher nach tödlichem Angriff auf Schaffner

Ein Schild an einer Zugtür mit der Aufschrift "Sie müssen auf öffentlichen Verkehrsmitteln eine Gesichtsbedeckung tragen, es sei denn, Sie sind ausgenommen oder riskieren eine Abweisung oder eine Geldbuße.", mit einem Glasfenster auf der rechten Seite.

Ein von Vier fühlt sich auf Bus und Zug unsicher - Gewalt und Ängste im Nahverkehr: Jeder Vierte fühlt sich unsicher nach tödlichem Angriff auf Schaffner

Eine aktuelle Umfrage hat wachsende Sorgen um die Sicherheit im deutschen Nahverkehr offenbart. Das Thema gewann an Dringlichkeit, nachdem Anfang Februar ein Zugbegleiter nach einem Angriff durch einen Fahrgast starb. Neue Zahlen zeigen nun, dass sich viele Reisende bedroht fühlen – oder bereits Bedrohungen und Gewalt erlebt haben.

Die Ergebnisse werden bekannt, während Politiker, Verkehrsverantwortliche und Gewerkschaften sich auf einen Sicherheitssippen am 13. Februar vorbereiten, um das Problem anzugehen.

Der tödliche Angriff auf einen 36-jährigen Schaffner in der Nähe von Kaiserslautern/Landstuhl am 2. Februar hatte das Land erschüttert. Das Opfer erlitt eine Hirnblutung, nachdem es von einem 26-Jährigen ohne Fahrschein ins Gesicht geschlagen worden war. Der Vorfall löste Forderungen nach besserem Schutz aus, darunter Körperkameras für das Personal sowie mehr Mitarbeiter in Zügen und Bussen.

Die Umfrageergebnisse unterstreichen das Ausmaß der Problematik: Über ein Viertel der Befragten (27 %) gab an, sich beim Reisen unsicher zu fühlen – selbst wenn sie nicht direkt betroffen waren. Weitere 25 % meiden den öffentlichen Verkehr mittlerweile gänzlich. Frauen (30 %) fühlten sich dabei häufiger unsicher als Männer (23 %), während jüngere Fahrgäste unter 40 Jahren eher selbst negative Vorfälle erlebten oder beobachteten.

Auch direkte Vorfälle waren keine Seltenheit: 4 % der Befragten waren bereits körperlich angegriffen worden, 5 % hatten Bedrohungen erhalten. 16 % berichteten von verbalen Belästigungen. Darüber hinaus hatten 17 % miterlebt, wie andere angegriffen, bedroht oder belästigt wurden. Dennoch gab es auch positive Erfahrungen: 29 % der Menschen hatten noch nie Probleme im Nahverkehr gehabt.

Die Daten zeichnen ein zwiespältiges Bild der Sicherheit in Bussen und Bahnen. Während ein beträchtlicher Teil der Fahrgäste Verunsicherung oder sogar direkte Übergriffe meldet, reisen andere weiterhin ohne Zwischenfälle. Angesichts des bevorstehenden Sicherheitssippen stehen Behörden und Verkehrsunternehmen nun unter Druck, Maßnahmen zu ergreifen, die Risiken zu verringern und das Vertrauen in den öffentlichen Verkehr wiederherzustellen.

AKTUALISIERUNG

Neue Umfrage enthüllt verschärfende Gewalt gegen Bahnmitarbeiter in Deutschland

Eine neue EVG-Umfrage zeigt eine verschlechterte Sicherheit für den ÖPNV seit dem tödlichen Angriff im Februar 2026. Die wichtigsten Ergebnisse sind:

  • 50% der Mitarbeiter erlebten körperliche Angriffe (im Vergleich zu den zuvor gemeldeten 4% bei Fahrgästen)
  • 85% wurden verbal beleidigt
  • Ein Drittel denkt nun darüber nach, ihren Job wegen der zunehmenden Bedrohungen aufzugeben