Gericht stoppt Spiegel-Bericht über Christian Ulmen im Deepfake-Skandal
Clara HartmannGericht stoppt Spiegel-Bericht über Christian Ulmen im Deepfake-Skandal
Ein deutsches Gericht hat in einem Deepfake-Skandal um den Schauspieler Christian Ulmen entschieden. Das Hanseatische Oberlandesgericht erließ eine einstweilige Verfügung gegen Der Spiegel und untersagte dem Magazin die Veröffentlichung bestimmter Vorwürfe. Im Mittelpunkt des Falls stehen Behauptungen über KI-generierte gefälschte Pornografie, in der Ulmens Ex-Frau, die Schauspielerin Collien Fernandes, zu sehen sein soll.
Der Rechtsstreit begann im April, als Ulmen gegen Der Spiegel klagte. Im Mai urteilte das Landgericht Hamburg, dass die Berichterstattung des Magazins über die Deepfake-Vorwürfe rechtmäßig sei. Das Oberlandesgericht blockierte später jedoch die Wiederholung der Behauptung, Ulmen habe das gefälschte Material erstellt und verbreitet, mit der Begründung, die Beweise seien nicht ausreichend.
Zudem untersagte das Gericht die Veröffentlichung von Zitaten aus einer 50 Jahre alten E-Mail, die Ulmen an seinen Anwalt geschickt hatte. Diese wurden als Teil seines „höchstpersönlichen Lebensbereichs“ eingestuft, der besonders geschützt ist. Dennoch darf das Magazin weiterhin über Fernandes’ Vorwürfe wegen körperlicher Gewalt gegen Ulmen berichten.
Das Urteil ist ein wichtiger Erfolg für Ulmens Anwaltskanzlei Schertz-Bergmann, die damit die sachliche Diskussion über ihren Mandanten wiederherstellen will. Unterdessen ermitteln Staatsanwälte in Potsdam weiterhin gegen Ulmen wegen separater Vorwürfe häuslicher Gewalt.
Auch Politiker haben sich zu dem übergeordneten Thema geäußert. Konservative wie Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) fordern verbindliche Klarnamenpflichten im Internet. SPD-Chefin Bärbel Bas und die ehemalige Grünen-Co-Vorsitzende Ricarda Lang setzen sich für strengere Regeln gegen den Missbrauch von KI ein. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) plant, das Strafrecht gegen nicht einvernehmliche sexualisierte Deepfakes und „digitale sexualisierte Gewalt“ zu verschärfen.
Die Gerichtsentscheidung schränkt zwar die Berichterstattung über die Deepfake-Vorwürfe ein, erlaubt aber die Veröffentlichung anderer Anschuldigungen. Gleichzeitig drängen Politiker auf gesetzliche Reformen, um den Missbrauch von KI einzudämmen. Der Fall zeigt die anhaltenden Spannungen zwischen Meinungsfreiheit, Privatsphäre und der Verbreitung digitaler Inhalte auf.






