Gedenkstätte Lindenstraße feiert Rekordjahr mit 21.500 Besuchern und neuen Bildungsprojekten
Jonas HofmannStraße der Erinnerung Linden in Potsdam bricht Besucherrekord - Gedenkstätte Lindenstraße feiert Rekordjahr mit 21.500 Besuchern und neuen Bildungsprojekten
Die Gedenkstätte Lindenstraße in Potsdam feierte ihr 30-jähriges Bestehen mit rekordhohen Besucherzahlen. 2025 zog der Ort – einst ein Nazi-Gefängnis und später eine Stasi-Untersuchungshaftanstalt – 21.500 Menschen an, die höchste Besucherzahl seiner Geschichte. Verantwortliche führen das wachsende Interesse auf neue Projekte und Bildungsinitiativen zurück.
Das Gedenkstättengebäude blickt auf eine dunkle Vergangenheit zurück. Von 1933 bis 1945 diente es als Gefängnis der Nationalsozialisten. Später, zwischen 1952 und 1989, wurde es unter der Herrschaft der DDR zur Stasi-Untersuchungshaftanstalt. Seit 1995 ist der Ort ein Raum für demokratischen Dialog und historische Aufarbeitung.
2025 nahmen über 8.500 Schülerinnen und Schüler an Bildungsprogrammen der Gedenkstätte teil. Zudem wurden 4.500 kostenlose Exemplare des Graphic Novels "Grenzfälle: Flucht aus der DDR" an Schulklassen verteilt. Direktorin Maria Schultz hob diese Initiativen als entscheidend für den Erfolg der Gedenkstätte hervor – selbst in Zeiten pandemiebedingter Herausforderungen.
Neue Projekte erweitern die Reichweite der Gedenkstätte. 2026 erscheint der zweite Graphic Novel "Unvergessen: Geschichten nationalsozialistischer Verfolgung in Potsdam" und wird ebenfalls kostenlos erhältlich sein. Darüber hinaus untersucht das Projekt "Wir Anderen: Gesellschaftliche Vielfalt in der DDR" die Erfahrungen marginalisierter Gruppen unter der SED-Diktatur.
Um jüngere Zielgruppen noch stärker einzubinden, bildet die Gedenkstätte 18- bis 27-Jährige aus. Diese geben ihr Wissen in Workshops und Projektwochen weiter und sorgen so dafür, dass die Geschichte des Ortes auch künftige Generationen erreicht.
Das 30. Jubiläumsjahr der Gedenkstätte Lindenstraße verzeichnete die höchsten Besucherzahlen aller Zeiten. Mit laufenden Bildungsprojekten und neuen Publikationen bleibt der Ort ein zentraler Lernort zur deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Die Pläne für 2026 werden seine Rolle in der öffentlichen Erinnerungskultur und demokratischen Bildung weiter ausbauen.






