Gedenken an Holocaust-Opfer: Itzehoe ehrt Überlebenden Nicolaus Blättermann als Symbol des Widerstands
Luisa HartmannGedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in Itzehoe - Gedenken an Holocaust-Opfer: Itzehoe ehrt Überlebenden Nicolaus Blättermann als Symbol des Widerstands
Feierliche Gedenkveranstaltung in Itzehoe zum Holocaust-Gedenktag
Mit einer würdevollen Zeremonie in Itzehoe wurde an die Opfer des Holocaust erinnert. Kristina Herbst, Präsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtages, gedachte der Menschen, die unter der nationalsozialistischen Verfolgung litten. Besonders gewürdigt wurde der 95-jährige Nicolaus Blättermann, dessen lebenslanges Engagement für den Wiederaufbau jüdischen Lebens in Deutschland als ein triumphaler Sieg über den Hass gefeiert wurde.
In ihrer Ansprache erinnerte Herbst an die sechs Millionen jüdischen Männer, Frauen und Kinder, die während des Holocaust ermordet wurden. Sie gedachte auch der Sinti und Roma, der Menschen mit Behinderungen, der politischen Gegner sowie der LGBTQ+-Personen, die unter dem NS-Regime leiden mussten.
Nicolaus Blättermann, geboren um 1930 oder 1931, schilderte seine erschütternden Erlebnisse von Verfolgung, Zwangsarbeit und Haft in Konzentrationslagern. Seine Widerstandskraft und jahrzehntelange Hingabe für den Wiederaufbau jüdischer Gemeinden bezeichnete Herbst als "den größten Triumph über die Nazis". Die Veranstaltung erhielt zusätzliche Dringlichkeit, als Herbst auf einen besorgniserregenden Anstieg antisemitischer Vorfälle in Schleswig-Holstein hinwies – von Schändungen an Gedenkstätten bis hin zu offener Hasspropaganda im öffentlichen Raum. Solche Taten gefährdeten den gesellschaftlichen Zusammenhalt und müssten ohne Kompromisse bekämpft werden, betonte sie. Abschließend bezeichnete Herbst das Erinnern als "dauerhaften Auftrag" einer demokratischen Gesellschaft und rief zu wachsamer Ablehnung jeder Form von Vorurteilen auf.
Die Gedenkfeier in Itzehoe war zugleich eine Hommage an die Überlebenden und eine Mahnung vor wiedererstarkendem Hass. Blättermanns Schicksal und Herbsts Appell unterstrichen die Notwendigkeit, das historische Gedächtnis zu bewahren und gleichzeitig Diskriminierung in der Gegenwart entschlossen entgegenzutreten.






