03 February 2026, 08:06

Geburtenrückgang in Brandenburg an der Havel bedroht Kitas und Arbeitsplätze

Ein altes Buch mit einem schwarzen Hintergrund, das eine detaillierte Karte der Region Brandenburg in Deutschland zeigt, einschließlich Flüsse, Berge und Städte, mit begleitendem Text, der zusätzliche Informationen bietet.

Weniger Kinder, mehr Sorgen - Brandenburgs Kindergärten unter Druck - Geburtenrückgang in Brandenburg an der Havel bedroht Kitas und Arbeitsplätze

Kita-Träger in Brandenburg an der Havel stehen unter wachsendem Druck, da die Geburtenraten historische Tiefstände erreichen

Im Jahr 2024 verzeichnete Brandenburg an der Havel nur noch 15.154 Geburten – die wenigsten seit 1996. Durch sinkende Kinderzahlen und unsichere Immobilienfinanzierung sehen sich immer mehr Betreuungseinrichtungen gezwungen, Personalplanung und Abläufe neu zu denken, um überhaupt weiterbestehen zu können.

Besonders hart trifft der Rückgang ländliche Regionen. Im Landkreis Uckermark etwa wird in den nächsten fünf Jahren mit bis zu 30 Prozent weniger Kindern in den Kitas gerechnet. Kleine, lokale Einrichtungen sind besonders gefährdet; einige könnten schließen, wenn die Auslastung weiter sinkt. Da die Finanzierung direkt an die Belegungszahlen geknüpft ist, führen weniger Kinder zu knapperen Budgets und weniger Arbeitsplätzen.

Arbeitsplatzunsicherheit nimmt zu – Fachkräfte fehlen Erzieher:innen blicken zunehmend besorgt in die Zukunft. Viele Stellen bleiben unbesetzt, während Träger mit finanziellen Engpässen kämpfen. Um Entlassungen zu vermeiden, setzen einige Einrichtungen auf Weiterbildungsprogramme oder flexible Arbeitsmodelle für ihr Personal.

Langfristiger Trend: Geburtenrückgang seit der Wiedervereinigung Die Entwicklung ist nicht neu: Seit 1990 sanken die Geburtenraten in Brandenburg, Sachsen und Thüringen drastisch – von etwa 1,5–1,6 Kindern pro Frau in den 1980er-Jahren auf unter 1,0 in den 1990ern. Erst in den 2010er-Jahren erholte sich die Rate leicht und lag 2023 bei etwa 1,4–1,5. Während der Norden Brandenburgs, darunter die Uckermark, dank der Nähe zu Berlin höhere Werte verzeichnete, litten andere ostdeutsche Regionen unter wirtschaftlicher Schwäche und Abwanderung.

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2024 wurden in Potsdam die meisten Kinder Brandenburgs geboren (1.427), in Frankfurt (Oder) die wenigsten (307). Expert:innen warnen: Ohne stabile Finanzierung und politische Unterstützung könnte sich die Krise weiter verschärfen.

Lösungen gefragt: Investitionen statt Stillstand Der Rückgang der Geburtenzahlen und die unsichere Immobilienfinanzierung zwingen Kita-Träger zum Umdenken. Mit gezielten Investitionen in Qualität und langfristige Förderung ließe sich das System stärken. Bleibt politische Handlung aus, drohen jedoch weitere Schließungen – und der Verlust von Arbeitsplätzen in der frühkindlichen Bildung.