Fürther Jugendrat fordert Hilfe statt Strafe für Armutsdelikte wie Schwarzfahren
Luisa HartmannFürther Jugendrat fordert Hilfe statt Strafe für Armutsdelikte wie Schwarzfahren
Der Fürther Jugendrat hat einen Antrag eingebracht, um armutsbedingte Kriminalität mit Unterstützung statt mit Bestrafung zu bekämpfen. Die unter dem Titel „Hilfe statt Strafe – Gemeinsam gegen Gewalt“ vorgestellte Initiative wird am 1. Juli beraten. Sie knüpft an die laufenden Diskussionen über Schwarzfahren und andere Delikte an, die mit finanzieller Not zusammenhängen.
Ausgangspunkt des Antrags waren Bedenken wegen des Schwarzfahrens im Öffentlichen Nahverkehr. Ursprünglich hatte der Jugendrat die infra fürth verkehr GmbH aufgefordert, solche Fälle nicht mehr an die Behörden zu melden. Später einigte man sich darauf, dass Personen in prekären Verhältnissen nicht wegen Fahrens ohne Ticket strafrechtlich verfolgt werden sollen.
Mittlerweile setzt sich der Rat für weitergehende Veränderungen ein. Julia Dierauf, stellvertretende Vorsitzende, betont, dass junge Menschen, die aus Armut Straftaten begehen, gezielte Hilfe benötigen. Der Vorsitzende Alexander Bohn unterstreicht die Bedeutung von aufsuchender Sozialarbeit, um Gefährdete zu unterstützen.
Über das Thema Verkehr hinaus fordert der Antrag eine zentrale Meldestelle für Opfer sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt. Zudem schlägt er Streetwork und mobile Jugendarbeit als Lösungsansätze vor. Darüber hinaus soll die Jugendhilfe frühestmöglich in Strafverfahren einbezogen werden.
Am 1. Juli wird der Antrag offiziell beraten. Bei Annahme könnte er zu neuen Unterstützungsangeboten für benachteiligte Jugendliche führen. Im Mittelpunkt steht weiterhin die Prävention und Hilfe – nicht die Bestrafung von Armutsdelikten.
