Fracking in Deutschland: Chance für Energiesicherheit – aber mit Grenzen
Clara HartmannFracking in Deutschland: Chance für Energiesicherheit – aber mit Grenzen
Deutschland verfügt über beträchtliche Schiefergasvorkommen, die die Energieunabhängigkeit des Landes stärken könnten. Fracking könnte zwar langfristig die Gasversorgung sichern, kurzfristig wäre der Effekt jedoch begrenzt. Die Methode bleibt trotz ihres Potenzials umstritten.
Durch hydraulisches Fracking ließe sich die heimische Gasförderung in Deutschland steigern. Bis 2025 könnte die jährliche Produktion aus Fracking 5 bis 10 Milliarden Kubikmeter erreichen – das wären 6 bis 12 Prozent des voraussichtlichen Gasbedarfs des Landes zu diesem Zeitpunkt.
Aktuell deckt die inländische Förderung lediglich 4,2 Prozent des deutschen Bedarfs. Ein Ausbau des Frackings würde Hunderte neuer Bohrungen erfordern. Der Aufbau einer leistungsfähigen Industrie würde mehrere Jahre in Anspruch nehmen, sodass keine kurzfristige Entlastung bei Gasengpässen zu erwarten wäre.
Experten zufolge würde Fracking die globalen Gaspreise nicht senken. Die zusätzliche Fördermenge wäre zu gering, um den Weltmarkt zu beeinflussen. Bei Einhaltung strenger Auflagen gelten die Umweltrisiken als gering. Unklar bleibt jedoch, ob sich Fracking in Deutschland ohne Subventionen wirtschaftlich rechnet.
Langfristig könnte Fracking zur Energiesicherheit Deutschlands beitragen. Aktuelle Gasengpässe ließe sich damit allerdings nicht beheben, und auch die Preise würden nicht spürbar sinken. Das Land muss Kosten, Zeitaufwand und ökologische Aspekte sorgfältig abwägen, bevor es weitergeht.






