22 February 2026, 08:19

Flaschenpost: Von Kolumbus' Geheimnissen bis zur modernen Meeresforschung

Eine Schwarz-Weiß-Gravur eines Bootes mit Menschen darauf, umgeben von Pflanzen und Hügeln, mit der Inschrift "Die Reise der Reisen der britischen Inseln" unten.

Flaschenpost: Von Kolumbus' Geheimnissen bis zur modernen Meeresforschung

Flaschenpost wird seit Jahrhunderten genutzt – von antiken Seefahrern bis hin zu modernen Forschern. Eines der ältesten bekannten wissenschaftlichen Experimente umfasste Tausende Flaschen, die zwischen 1864 und 1936 im Ozean ausgesetzt wurden. Diese schlichten Behälter trugen Botschaften, die halfen, Meeresströmungen zu kartieren, und spielten sogar eine Rolle in der Spionage.

Die Praxis reicht bis zu den frühen seemännischen Kulturen zurück. Schon die alten Griechen und Römer verschickten auf diese Weise Nachrichten, doch Christoph Kolumbus war die erste historisch belegte Persönlichkeit, die eine Flasche nutzte, um seine Entdeckungen festzuhalten. 1493 hinterließ er eine Notiz in einer Flasche, um seine Ankunft in Amerika zu markieren.

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Jahrhunderte später erkannten Wissenschaftler das Potenzial treibender Flaschen als Forschungsinstrument. Das Deutsche Hydrographische Institut setzte zwischen 1864 und 1936 etwa 5.000 Flaschen aus, um Meeresströmungen zu untersuchen. Von den 2.970 Flaschen, die die Deutsche Seewarte aussetzte, wurden 837 geborgen – die meisten an der norwegischen Küste. Die erste Flasche, 1864 vor Australien ausgesetzt, spülte drei Jahre später in der Nähe Londons an Land.

Nicht alle Botschaften waren harmlos. Manche Flaschen enthielten geheime Informationen, und das Öffnen ohne Erlaubnis konnte riskant sein. Noch heute lebt die Tradition weiter: 2015 warfen Jörg und Cornelia Wanke von einem Kreuzfahrtschiff zwischen Madeira und Gran Canaria eine Flasche ins Meer. Bis heute verbinden diese treibenden Botschaften Menschen über große Distanzen hinweg.

Von Kolumbus' historischer Notiz bis zu modernen Experimenten – Flaschenpost hat viele Zwecke erfüllt. Sie half, Meeresströmungen zu erforschen, trug Geheimnisse in sich und verband Fremde über die Ozeane. Zwar hat sich die Technologie gewandelt, doch die schlichte Flasche bleibt eine zeitlose Methode, eine Botschaft ins Ungewisse zu schicken.