13 June 2026, 12:05

EZB erhöht Leitzinsen – doch gegen die Inflation hilft das kaum

Wende bei den Zinsen der EZB

EZB erhöht Leitzinsen – doch gegen die Inflation hilft das kaum

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Leitzinsen erstmals seit fast drei Jahren angehoben. Die Erhöhung um einen Viertelprozentpunkt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Inflation weiter stark ansteigt. Analysten warnen jedoch, dass dieser Schritt kaum praktische Auswirkungen auf die explodierenden Preise haben dürfte.

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Der aktuelle Inflationsschub ist vor allem auf die Blockade der Straße von Hormus im Rahmen des Iran-Konflikts zurückzuführen. Trotz der Entscheidung der EZB gehen Ökonomen davon aus, dass die Zinserhöhung die steigenden Kosten nicht bremsen wird. Die Maßnahme der Notenbank gilt daher vor allem als symbolische Geste – ein Signal der Absicht, nicht aber als tatsächliche Lösung.

Die Last, die Krise zu bewältigen, liegt nun bei den nationalen Regierungen. In Deutschland hatte die damalige Ampelkoalition 2022 versucht, das Problem durch die Diversifizierung der Energieversorgung und die Einführung von Preisdeckeln in den Griff zu bekommen. Die heutige Koalition aus Union und SPD verfügt über weitere Instrumente, etwa gezielte Industrie-Strompreise oder gestaffelte Energiezuschüsse.

Ökonomen empfehlen solche Maßnahmen bereits seit Langem, doch politischer Widerstand hat ihre Umsetzung verzögert. Höhere Zinsen werden zudem Investitionen verteuern, was zu Verzögerungen bei Unternehmensausgaben führen könnte. Da die Geldpolitik nun an ihre Grenzen stößt, muss die Bundesregierung direkt handeln. Die Entscheidung der EZB unterstreicht die begrenzten Möglichkeiten der Notenbanken in der aktuellen Wirtschaftslage. Die Regierungen stehen nun unter Druck, praktikable Lösungen zu finden, um die Belastung für Unternehmen und Haushalte zu verringern.

Quelle