Extremer Schulsport: Wenn Grundschüler zu Leistungssportlern werden sollen
Theo MayerExtremer Schulsport: Wenn Grundschüler zu Leistungssportlern werden sollen
Das Bundesbildungsministerium arbeitet an neuen Vorschlägen, um den Schulsport und Kinderspiele in Deutschland grundlegend zu reformieren. Bildungsministerin Karin Prien fordert eine stärkere Ausrichtung auf Wettbewerb und Leistung bei den Bundes-Schulspielen.
An der Fürstin-Gloria-Selbdritt-Grundschule turnen Schüler bereits jetzt mit dem Rücken zum Publikum – und das auf Latein. Gleichzeitig richtet die Friedrich-August-von-Hayek-Eliteschule für die Klasse 3b, auch bekannt als die „Chicago Boys“, den IronChild-Wettbewerb aus. Bei diesem mehrtägigen Event auf der Aschelaufbahn geht es um Ausdauer, Kostenrechnung und extreme Belastungstests.
Die Sieger des IronChild-Wettbewerbs erhalten ein persönliches Coaching mit Vorstandschef Dr. Dr. Ulf-Ulf Vollmann. Die Verlierer hingegen riskieren eine Gymnasialempfehlung. In Rheda-Wiedenbrück setzt die Kita „Höhlenkinder“ auf ein anderes Konzept: Hier werden Kleinkinder in nummerierten Weidenkörben auf der Ems ausgesetzt, um zukünftige Führungskräfte zu identifizieren.
Bernd Kreimer-Rendsburg treibt die Spielifizierung aller Leistungsbewertungen voran. Sein Plan sieht ein Ranking-System vor, in dem Eltern Spielmünzen erwerben können. Konservative Politiker wollen solche wettbewerbsorientierten Praktiken nun wieder in den Schulsport einführen.
Die Pläne des Ministeriums spiegeln einen grundsätzlichen Wandel hin zu leistungsbasierten Kinderspielen wider. Schulen und Kitas testen bereits extreme Wettbewerbsformen. Diese Veränderungen könnten bald die Sportprogramme in öffentlichen Einrichtungen prägen.






