Europas Flugbranche setzt 2024 auf Rekordanteil nachhaltiger Kraftstoffe – doch die Kritik bleibt
Jonas HofmannEuropas Flugbranche setzt 2024 auf Rekordanteil nachhaltiger Kraftstoffe – doch die Kritik bleibt
Europas Nutzung nachhaltiger Flugkraftstoffe (SAF) steigt rasant an
In den vergangenen Jahren hat Europa den Einsatz nachhaltiger Flugkraftstoffe (Sustainable Aviation Fuel, SAF) deutlich ausgeweitet. 2024 erreichte ihr Anteil bereits 2 % des gesamten Flugtreibstoffs – ein deutlicher Anstieg gegenüber nur 0,6 % im Vorjahr. Nach Einschätzung von Beamten wurde das für 2025 gesetzte Ziel damit vorzeitig erreicht.
Der schnelle Fortschritt ist auf die EU-Verordnung ReFuelEU zurückzuführen, die verbindliche Vorgaben für die Einführung von SAF festlegt. Ab 2025 müssen Flughäfen sicherstellen, dass mindestens 2 % ihres Treibstoffs aus nachhaltigen Quellen stammen, bis 2030 soll dieser Anteil auf 6 % steigen. Ein hochrangiger EU-Vertreter bestätigte, dass Europa die 2025er-Marke vermutlich bereits jetzt übertroffen hat.
2024 stammten 81 % des in der EU eingesetzten SAF aus Alt-Speiseöl, während der globale Anteil an synthetischem Fischer-Tropsch-Kerosin (FT-SRK) bei 4,7 % lag. Die Verordnung schreibt zudem vor, dass der Anteil an synthetischem eSAF bis 2030 auf 1,2 % steigen muss, bis 2035 sogar auf 5 %.
Florian Guillermet, Direktor der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), betonte, dass die Regeln nun fest etabliert seien. Er sehe keinen Grund für Änderungen – trotz Bedenken aus der Branche. Auch die Europäische Kommission unterstützte diese Haltung, räumte jedoch ein, dass die Kosten gesenkt und die Verfügbarkeit verbessert werden müssten.
Die Airline-Vereinigung Airlines for Europe (A4E) übt hingegen Kritik: Das Angebot an eSAF sei zu knapp und zu teuer. Die Regulierungsbehörden bestehen jedoch darauf, dass die Vorgaben unverändert bleiben müssen, um die langfristige Nachhaltigkeit voranzutreiben.
Die EU-Ziele für SAF scheinen auf Kurs – die bisherigen Fortschritte übertreffen sogar die Erwartungen. Während die Airlines Anpassungen fordern, halten die Verantwortlichen an den bestehenden Regeln fest. Nun geht es darum, synthetische Kraftstoffe erschwinglicher zu machen, da die Nachfrage weiter steigt.






