Europas digitale Souveränität: Schwarz Digits baut Mega-Rechenzentrum in Brandenburg
Luisa HartmannEuropas digitale Souveränität: Schwarz Digits baut Mega-Rechenzentrum in Brandenburg
Europa drängt darauf, seine Abhängigkeit von ausländischen Tech-Riesen zu verringern – Unternehmen bauen eilig eine eigene digitale Infrastruktur auf. Die Schwarz Digits, Teil der Schwarz Gruppe, geht dabei mit dem Bau eines gigantischen Rechenzentrums in Lübbenau, Brandenburg, voran. Das Projekt steht für einen kontinentweiten Trend, die Datensouveränität zu sichern und die lokale Rechenleistung zu stärken.
Die von Rolf Schumann und Christian Müller geführte Schwarz Digits verwandelt den Handelskonzern in einen Anbieter digitaler Infrastruktur. Ziel ist es, eine sichere, eigenständig kontrollierte Cloud-Alternative zu schaffen, die Daten in Europa hält. Das neue Rechenzentrum in Lübbenau wird 100.000 Grafikprozessoren (GPUs) beherbergen und damit die zehnfache Rechenleistung des jüngsten Datenzentrums von Deutsche Telekom und Nvidia bieten.
Hinter dem Vorstoß steht Europas Bestreben, die Kontrolle über seine digitale Zukunft zurückzugewinnen. Zahlreiche Unternehmen und Institutionen haben bereits ähnliche Projekte angekündigt, darunter die T Cloud Public der Deutschen Telekom, die Expansionspläne von STACKIT und die EU-zentrierte Strategie von OVHcloud. Schwarz Digits setzt zudem auf Open-Source-Technologie, um Kunden die volle Kontrolle über ihre Daten zu garantieren.
Schumann sieht künstliche Intelligenz vor allem als Produktivitätstreiber – und nicht nur als regulatorische Herausforderung. Zwar befürwortet er strenge Regeln, betont aber, dass Europa Überwachung und Innovation in Einklang bringen müsse, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das neue Rechenzentrum wird nicht nur die internen Daten der Schwarz Gruppe verarbeiten, sondern Überschusskapazitäten auch externen Kunden anbieten.
Bis Ende 2023 hatten mehrere europäische Unternehmen Initiativen für souveräne Cloud-Lösungen vorgestellt. Dazu zählen die auf Arm-Prozessoren basierenden Cloud-Server von Hetzner, die S3-Speicherlösungen von Worldstream und Cubbit sowie die EU-fokussierte Cloud-Plattform von UpCloud. Allein die Schwarz Gruppe hat 11 Milliarden Euro für ihr Lübbenauer KI- und Cloud-Zentrum zugesagt – ein deutliches Signal für den Wandel in Europas digitaler Landschaft.
Das Rechenzentrum in Lübbenau wird die Rechenkapazitäten des Kontinents deutlich ausbauen. Die Investition von Schwarz Digits unterstreicht den wachsenden Trend, dass lokale Unternehmen unabhängige Infrastrukturen aufbauen. Mit weiteren Projekten in der Pipeline verringert Europa schrittweise seine Abhängigkeit von der Technologie-Dominanz der USA und Chinas.






