EU-Kürzungen bedrohen 1.000 Bauernhöfe in Mecklenburg-Vorpommern mit 160 Millionen Euro Verlust
Clara HartmannBackhaus: Ländliche Regionen dürfen nicht vernachlässigt werden - EU-Kürzungen bedrohen 1.000 Bauernhöfe in Mecklenburg-Vorpommern mit 160 Millionen Euro Verlust
Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern stehen vor drastischen finanziellen Kürzungen, da die EU-Agrarsubventionen um mehrere hundert Millionen Euro schrumpfen. Die geplanten Streichungen bedrohen über 1.000 Betriebe in der Region, wobei die jährlichen Verluste mehr als 160 Millionen Euro übersteigen werden. Agrarminister Till Backhaus warnte vor verheerenden Folgen, sollten die Pläne wie derzeit vorgesehen umgesetzt werden.
Die von der Europäischen Union vorgeschlagenen Reformen zielen vor allem auf größere Betriebe ab, indem Deckelungen und degressiv gestaffelte Kürzungen eingeführt werden. Dadurch würden Gelder für Höfe, die stark von Subventionen abhängig sind, drastisch reduziert – viele stehen vor der Herausforderung, sich anzupassen. Backhaus betonte die zentrale Bedeutung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für die Entwicklung des ländlichen Raums in der Region.
Auf der anstehenden Agrarministerkonferenz (AMK) werden Backhaus und Vertreter Brandenburgs für klarere Düngeregeln kämpfen. Aktuelle Gerichtsurteile haben bei Landwirten Unsicherheit über die Vorschriften in nitratbelasteten Gebieten ausgelöst und verschärfen die ohnehin angespannte Lage. Der Minister forderte zügige rechtliche Anpassungen, um den Betrieben dringend benötigte Planungssicherheit zu geben.
Die EU-weite Reform, die für den Zeitraum 2028 bis 2034 geplant ist, soll Haushaltsdisziplin mit Umweltzielen in Einklang bringen. Ökonomen wie Gabriel Felbermayr plädieren jedoch für stärker marktgetriebene Veränderungen. Gleichzeitig hat der Europäische Rechnungshof zu einer besseren Finanzplanung aufgerufen, um die Subventionen stärker an Nachhaltigkeitsziele zu knüpfen.
Falls die Kürzungen wie geplant umgesetzt werden, verliert der Agrarsektor in Mecklenburg-Vorpommern jährlich 160 Millionen Euro. Zudem droht die Reform, die ohnehin bestehende Rechtsunsicherheit bei der Düngemittelanwendung weiter zu verschärfen – eine zusätzliche Belastung für die Landwirte. Backhaus und seine Amtskollegen stehen nun vor der Aufgabe, praktikable Lösungen zu finden, bevor die Änderungen in Kraft treten.






