21 March 2026, 20:11

Energiewende in der Dauerkrise: Warum Deutschlands Strategie immer wieder scheitert

Offenes Buch mit detaillierter Karte von Deutschlands Regionen und begleitendem Text.

100 Jahre Energiepreisschocks: Eine kurze Geschichte der deutschen Energiepolitik - Energiewende in der Dauerkrise: Warum Deutschlands Strategie immer wieder scheitert

Deutschlands Energiewende steckt in der Dauerkrise – und offenbart strukturelle Schwächen

Die deutsche Energiepolitik wird immer wieder von Krisen erschüttert, die tiefe Verwundbarkeiten aufdecken. Seit dem Ölschock von 1973 hat das Land zwar den Wandel von kurzfristigen Lösungen zu langfristiger Planung vollzogen – doch alte Muster halten sich hartnäckig. Aktuelle geopolitische Erschütterungen, wie der US-israelische Angriff auf den Iran, zwingen Berlin erneut in den Krisenmodus und gefährden die Wirtschaftspläne.

Der Ölschock von 1973 markierte eine Zeitenwende. Zuvor setzte die deutsche Energiepolitik auf improvisierte Maßnahmen – etwa Kohlesubventionen in den 1950er-Jahren oder autofreie Sonntage während der Krise 1973. Frühere Konflikte, wie der Ruhrkohle-Streit der 1920er-Jahre, drehten sich vor allem um Arbeitskämpfe, nicht um Versorgungssicherheit. Nach 1973 rückte die Diversifizierung in den Fokus, flankiert von Forschung und Effizienzmaßnahmen. Daraus entstanden Gesetze wie das Stromeinspeisungsgesetz der 1990er-Jahre und später das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

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Staatliche Eingriffe haben den Energiesektor immer wieder umgekrempelt. Politiken der späten 1970er-Jahre, die Risikostreuung und neue Märkte fördern sollten, prägen noch heute die Strategie. Das EEG etwa schuf eine ganze Branche. Doch auch marktliberale Ansätze schlugen fehl – mit Folgen wie Versorgungsengpässen, Überproduktion und Branchenkollapsen, die weitere staatliche Korrekturen erzwangen.

Energiepolitik war stets mit Außen- und Sicherheitspolitik verknüpft. Wer die Versorgung kontrolliert, entscheidet über Deutschlands Stabilität. Trotz aller Diversifizierungsbemühungen haben sich Abhängigkeiten nur verlagert, nicht aufgelöst. Kurzfristige Hilfen wie die Subventionen von 2022 überdecken lediglich tiefe strukturelle Defizite – und lassen die Wirtschaft anfällig für Preisschocks und Unruhen.

Der jüngste Preisanstieg erfordert sofortiges Handeln, um Proteste und Industrieeinbrüche zu verhindern. Ohne grundlegende Reform droht Deutschland, in die gleiche Abwärtsspirale zu geraten. Jede Krise hat die Politik zwar vorangetrieben – doch echte Sicherheit verlangt mehr als bloße Reaktionen auf akute Notlagen.

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