Energiepreise steigen – und Betrüger nutzen die Krise für Fake-Shops aus
Theo MayerEnergiepreise steigen – und Betrüger nutzen die Krise für Fake-Shops aus
Energiepreise in Deutschland sind im vergangenen Jahr stark gestiegen – und machen Haushalte anfällig für Betrug. Während die Preise für Holzpellets von März 2025 bis Anfang 2026 kontinuierlich stiegen, sehen sich Heizölkunden mit unvorhersehbaren Preissprüngen konfrontiert. Nun nutzen Betrüger die Krise aus und locken mit gefälschten Online-Shops, die angeblich unvergleichlich günstige Angebote machen.
Die Pelletpreise kletterten zwischen März 2025 und Februar 2026 deutlich nach oben. Lag der Durchschnittspreis im März 2025 noch bei 380,20 Euro pro Tonne, stieg er bis Januar 2026 auf 405,33 Euro und sprang im Folgemonat auf 422,73 Euro. Schon ab Oktober 2025 zeigten sich regionale Unterschiede: Je nach Standort und Bestellmenge bewegten sich die Preise zwischen 343,69 Euro und 387,58 Euro. Heizölkunden berichten unterdessen von plötzlichen, unerklärlichen Preisanstiegen – offizielle Daten zu diesen Schwankungen gibt es jedoch nicht.
Betrüger nutzen die Situation aus, indem sie professionell wirkende Websites einrichten. Dort werben sie mit Brennholz, Pellets oder Heizöl zu Preisen, die weit unter dem Marktpreis liegen. Viele verlangen Vorabüberweisungen – ein klares Warnsignal. Nach der Zahlung erhalten Kunden oft nichts: weder Lieferung noch Rückerstattung. Weitere Alarmzeichen sind fehlende Impressumsangaben, schlechte oder kopierte Allgemeine Geschäftsbedingungen sowie eine Flut negativer Bewertungen von verärgerten Käufern.
Als Reaktion haben deutsche Verbraucherschutzorganisationen den Fake-Shop-Finder ins Leben gerufen. Mit diesem Online-Tool können Nutzer verdächtige Websites überprüfen, bevor sie Zahlungen tätigen. Die Behörden warnen, dass Kriminelle mit künstlich erzeugtem Zeitdruck und unrealistischen Rabatten Opfer zu überstürzten Entscheidungen drängen.
Die Kombination aus steigenden Energiepreisen und betrügerischen Maschen setzt deutsche Haushalte unter Druck. Offizielle Hilfsmittel wie der Fake-Shop-Finder sollen Betrug eindämmen, doch die unberechenbaren Preisschwankungen erschweren eine langfristige Planung. Verbraucher werden dringend dazu aufgefordert, Verkäufer vor Geldüberweisungen für Heizmaterial gründlich zu prüfen.