31 March 2026, 16:16

Energiepreise explodieren: Wie Konflikte und Lieferengpässe die Weltwirtschaft bedrohen

Plakat mit der ├ťberschrift "Unter Pr├Ąsident Biden's Inflation Reduction Act" mit fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, unterteilt in zwei Abschnitte, die die Auswirkungen des Gesetzes er┼č├Ąuern und blaue und grüne visuelle Darstellungen enthalten.

Energiepreise explodieren: Wie Konflikte und Lieferengpässe die Weltwirtschaft bedrohen

Weltweite Wirtschaft unter Druck: Konflikte und Lieferengpässe treiben Energiepreise in die Höhe

Die globalen wirtschaftlichen Belastungen nehmen zu, da Konflikte und Störungen in den Lieferketten die Energiekosten in die Höhe treiben. Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt in seinen jüngsten Prognosen vor höheren Preisen und einem verlangsamten Wachstum. Unterdessen bereitet sich die Europäische Zentralbank (EZB) auf anhaltende Inflationsrisiken vor, die mit dem rasanten Anstieg der Ölpreise zusammenhängen.

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Die jüngsten geopolitischen Spannungen, darunter der Iran-Krieg Anfang 2026, haben die Rohölpreise seit Ende Februar um fast 60 Prozent hochschnellen lassen. Dies folgt auf Jahre der Instabilität – vom Ukraine-Krieg bis zu den Angriffen der Huthi-Rebellen auf Schifffahrtsrouten im Roten Meer, die sich trotz militärischer und diplomatischer Bemühungen noch nicht vollständig erholt haben.

Die Ölpreise verlaufen seit dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 volatil. Der Preis für Brent-Rohöl kletterte im März 2022 auf etwa 159 US-Dollar pro Barrel, bevor er sich im Laufe des Jahres 2022 wieder beruhigte. Bis Februar 2026 kehrte relative Stabilität ein, doch der Iran-Konflikt trieb die Preise abrupt auf 107 bis 120 US-Dollar in die Höhe. Diese Werte liegen deutlich über den früheren EZB-Prognosen, die für 2024/2025 mit einem Durchschnitt von 65 US-Dollar rechneten – mit einem kurzen Krisengipfel von 95 bis 100 US-Dollar im April.

Die jüngsten Szenarien der EZB stufen die aktuellen Ölpreise nun als nahe an ihrem "ungünstigen" Prognoseszenario ein – weit über den normalen Bereichen und nahe dem 95. Perzentil. Bei dieser Entwicklung könnte die Inflation im Euroraum vorübergehend auf 4 Prozent steigen, bevor sie wieder zurückgeht, mit nur geringen langfristigen Auswirkungen auf die Kerninflation. Ein schwerwiegenderer Schock jedoch könnte über zwei Jahre hinweg eine übermäßige Inflation auslösen, begleitet von stagnierendem Wachstum oder sogar einer leichten Rezession.

Als Reaktion darauf skizzierte EZB-Präsidentin Christine Lagarde eine dreistufige Strategie. Erstens könnte die Bank "kurzfristige Energieschocks übergehen", um politisch motivierte Maßnahmen zu vermeiden, die aufgrund verzögerter Wirkungen nach hinten losgehen könnten. Zweitens würde bei einer deutlichen, aber vorübergehenden Überschreitung des Inflationsziels eine abgestufte Anpassung folgen. Drittens wäre eine kraftvolle und nachhaltige Reaktion erforderlich, sollte sich das Inflationsrisiko verfestigen.

EZB-Chefvolkswirt Philip Lane verglich diesen Ansatz mit einem "geordneten Probit-Modell", was bedeutet, dass die Entscheidungen von Sitzung zu Sitzung auf Basis der aktuellen Daten getroffen werden. Die EZB wird abwägen, ob sie den Schock ignoriert, vorsichtig handelt oder stark eingreift – je nach Entwicklung der Lage.

Die Rahmenbedingungen bleiben angespannt. Die Huthi-Angriffe auf die Schifffahrt Ende 2023 halbierten den Verkehr durch den Suezkanal, und trotz US-Luftangriffen und diplomatischer Initiativen hat sich die Lage nicht vollständig normalisiert. Diese Störungen, kombiniert mit dem Iran-Konflikt, vertiefen die wirtschaftliche Unsicherheit.

Die Strategie der EZB spiegelt die Notwendigkeit wider, kurzfristige Schocks mit langfristiger Stabilität in Einklang zu bringen. Die Ölpreise liegen nun deutlich über den früheren Erwartungen und erhöhen das Risiko anhaltender Inflation und schwächeren Wachstums. Da die geopolitischen Spannungen kein Ende nehmen, stehen die Entscheidungsträger in den kommenden Monaten vor schwierigen Weichenstellungen.

Die Warnung des IWF vor höheren Preisen und gedämpftem Wachstum unterstreicht das globale Ausmaß der Herausforderung. Wie die Zentralbanken reagieren, wird die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die kommenden Jahre prägen.

Quelle