Ende Gelände blockiert Ruhrgebiets-Industrie für radikalen Klimaschutz
Jonas HofmannEnde Gelände blockiert Ruhrgebiets-Industrie für radikalen Klimaschutz
Klimaschutzaktivist:innen der antikapitalistischen Gruppe Ende Gelände haben im Ruhrgebiet flächendeckende Proteste organisiert. Rund 1.500 Menschen beteiligten sich am Freitag an den Demonstrationen, die sich gegen fossile Infrastruktur und Industrieanlagen richteten. Mit Blockaden, Besetzungen und symbolischen Installationen forderten die Aktivist:innen klimafreundliche Alternativen.
In Gelsenkirchen-Scholven blockierten Protestierende das Kraftwerk Scholven, wo derzeit der Bau einer neuen Gaseinheit geplant ist. Um auf erneuerbare Energien aufmerksam zu machen, errichteten sie zudem Solarpaneele auf dem Gelände. Unterdessen besetzten Demonstrant:innen in Mülheim an der Ruhr die Werksgleise von Europipe, dem größten Pipeline-Hersteller Europas.
Rund 200 Aktivist:innen unterbrachen in Hamm den Schichtwechsel im Stahlwerk Friedrich Wilhelms Hütte, das zur Rüstungsfirma KNDS gehört. Kritiker:innen werfen dem Unternehmen vor, militärische Produktion – etwa Panzerstahl – über grüne Technologien wie Rotornaben für Windkraftanlagen zu stellen. Die Polizei kesselte später eine Gruppe von Protestierenden unter einer Brücke ein, nachdem diese sich weigerten, die Maskenpflicht einzuhalten. Einige trugen ein Transparent mit der Aufschrift „Energiekonserne enteignen“ und zogen in Richtung Hammer Hauptbahnhof.
Die Aktionen finden vor einer großen Demonstration am Samstag statt, zu der tausende weitere Teilnehmer:innen erwartet werden. Unterstützt wird die Veranstaltung von Greenpeace, BUND, Fridays for Future und Campact. Auch die Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg wird vor Ort sein.
Bei den abgestimmten Protesten am Freitag beteiligten sich etwa 1.500 Menschen an Blockaden, Besetzungen und symbolischen Aktionen. Im Fokus standen zentrale Industrieanlagen – darunter ein Kraftwerk, eine Pipeline-Fabrik und ein mit Rüstungsproduktion verbundenes Stahlwerk. Die Organisator:innen rufen zu noch größeren Teilnahmen bei der Demonstration am Samstag auf, bei der die Forderungen nach konsequentem Klimaschutz im Mittelpunkt stehen werden.






