Elterngeld-Kürzungen: Warum Familienverbände und Politiker Alarm schlagen
Jonas HofmannElterngeld-Kürzungen: Warum Familienverbände und Politiker Alarm schlagen
Die Debatte über mögliche Kürzungen beim deutschen Elterngeld nimmt an Fahrt auf. Medienberichten zufolge könnte Familienministerin Karin Prien im Rahmen der Haushaltsverhandlungen Einsparungen in Höhe von rund 350 Millionen Euro vornehmen müssen. Kritik an den geplanten Änderungen kommt von ehemaligen Ministern und Familienverbänden.
Die frühere Familienministerin Franziska Giffey warnte, dass Kürzungen beim Elterngeld die ohnehin historisch niedrige Geburtenrate in Deutschland weiter verschärfen könnten. Sie verwies darauf, dass die aktuelle Rate die niedrigste seit 1946 sei. Giffey betonte zudem, dass das Elterngeld nicht nur der Familienförderung diene, sondern auch ein wichtiges Instrument der Arbeitsmarktpolitik sei.
Giffey setzte sich für Reformen ein, um eine gerechtere Aufteilung der Elternzeit zwischen den Partnern zu fördern. Unterdessen bezeichnete Britta Altenkamp, Vorsitzende des Zukunftsforums Familie (ZFF), die Diskussion über Kürzungen als ein „verheerendes Signal“ für Familien. Sie wies darauf hin, dass die staatliche Lohnersatzleistung seit ihrer Einführung im Jahr 2007 kaum angepasst worden sei.
Altenkamp unterstrich, dass das Elterngeld Eltern helfe, Beruf und Familie besser zu vereinbaren und den Wiedereinstieg in den Job zu erleichtern. Auch Wolfgang Kubicki, designierter Vorsitzender der Freien Demokratischen Partei (FDP), übt scharfe Kritik an den geplanten Kürzungen.
Die vorgeschlagene Streichung von 350 Millionen Euro beim Elterngeld stößt auf breiten Widerstand. Befürworter argumentieren, dass das System Geburtenraten stütze, die Karrierekontinuität sichere und die Rückkehr in den Arbeitsmarkt erleichtere. Die endgültige Entscheidung hängt von den laufenden Haushaltsverhandlungen ab.






