Dröge attackiert Reiches Energiewende-Pläne als "Todesstoß" für Bürgerprojekte
Theo MayerDrogen: Reich will Energiewende und Bürgerenergie behindern - Dröge attackiert Reiches Energiewende-Pläne als "Todesstoß" für Bürgerprojekte
Grünen-Chefin Dröge warnt vor Bremsmanövern bei der Energiewende
Die Vorsitzende der Grünen, Katharina Dröge, hat vor den neuen Gesetzesplänen von Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) gewarnt, die ihrer Ansicht nach die Energiewende in Deutschland ausbremsen könnten. Die Vorschläge stoßen auf scharfe Kritik bei Umwelt- und Wirtschaftsverbänden und offenbaren zugleich tiefe Gräben innerhalb der Regierungskoalition. Auf dem Spiel stehen Hunderte bürgergetragene Energieprojekte, die in den vergangenen Jahren entstanden sind.
Allein in den letzten fünf Jahren (2021–2025) wurden bundesweit rund 1.200 Bürgerenergieinitiativen offiziell registriert. Spitzenreiter war Bayern mit etwa 320 Projekten, gefolgt von Baden-Württemberg (280) und Nordrhein-Westfalen (250). Diese Vorhaben haben nicht nur lokale Wertschöpfung gebracht, sondern auch den Weg zu 80 Prozent Ökostrom bis 2030 und zur vollständigen Dekarbonisierung bis 2045 unterstützt.
Dröge wirft Reiche vor, mit ihrem geplanten Netzpaket die Energiewende "abwürgen" zu wollen. Die Pläne sehen vor, Netzbetreibern die alleinige Entscheidungshoheit über den Anschluss von Erneuerbaren-Energien-Anlagen zu übertragen, in einigen Fällen Entschädigungen für Abregelungen zu streichen und die Kosten für den Netzausbau auf die Betreiber abzuwälzen. Kritiker befürchten, dass dies zu Rechtsunsicherheit führt, Investitionen abschreckt und die regionale Energieplanung zersplittert.
Die Grünen haben angekündigt, die Vorhaben zu blockieren, und bezeichnen sie als "Todesstoß" für eine dezentrale, demokratische Energieversorgung. Dröge rief den koalitionspartner SPD auf, sich gegen die Maßnahmen zu stellen. Ohne klare Regeln zu Umsetzung, Stromvermarktung oder Erlösgarantien könnten Banken und Investoren ihre Unterstützung für neue Projekte zurückziehen, warnte sie.
Sowohl Umwelt- als auch Wirtschaftsverbände haben sich dem Widerstand angeschlossen und Reiches Vorgehen scharf verurteilt. Die fehlende Einigkeit in der Koalition verschärft die Lage zusätzlich und lässt die Zukunft der Bürgerenergieprojekte in der Schwebe.
Im Kern geht es um die Frage, ob Reiches Reformen die in den letzten Jahren gewachsenen lokalen Energieinitiativen untergraben werden. Ohne Planungssicherheit und finanzielle Absicherung, so Dröge, riskiere Deutschland Rückschritte bei seinen Klimazielen. Die weitere Entwicklung hängt nun von den Koalitionsverhandlungen und der Reaktion der Wirtschaft ab.
Neue EEG-Reformen lösen 'Solarkiller'-Warnhinweise der Grünen aus
Die überarbeitete EEG-Gesetzgebung der Regierung hat Bedenken regarding bürgerschaftliche Solarprojekte verschärft. Wichtige Änderungen sind:
- Wegfall garantierter Einspeisetarife für kleine Solaranlagen
- Verpflichtende Eigenwerbung für neue Solarbetreiber
- SPD-Kritik, die Reformen als 'widersprüchlich zu Koalitionsvereinbarungen' bezeichnet Dröge bezeichnete die Politik in Parlamentsdebatten als 'Solarkiller' und warnte, dass sie private Investitionen in Dachsolaranlagen - eine Säule des dezentralen Energiemodells Deutschlands - abschrecken würde.






