Dramatischer Anstieg: Politisch motivierte Angriffe auf Journalisten erschüttern Deutschland
Luisa HartmannJournalisten und Medien als Ziele von Straftaten - Dramatischer Anstieg: Politisch motivierte Angriffe auf Journalisten erschüttern Deutschland
Angriffe auf Journalisten und Medienmitarbeiter in Deutschland nehmen dramatisch zu
In den vergangenen eineinhalb Jahren haben die Übergriffe auf Journalisten und Medienvertreter in Deutschland stark zugenommen. Neue Zahlen zeigen einen besorgniserregenden Trend politisch motivierter Straftaten gegen Angehörige des Berufsstands. Politiker und Menschenrechtsorganisationen schlagen nun Alarm angesichts der wachsenden Bedrohung für die Pressefreiheit.
Von April 2024 bis Ende November 2025 registrierten deutsche Behörden 818 politisch motivierte Straftaten gegen Medienfachleute. Darunter waren 89 Gewaltdelikte, darunter Körperverletzungen und Bedrohungen. Die Daten zeigen einen Durchschnitt von fast 41 Fälle pro Monat in diesem Zeitraum – ein Anstieg gegenüber etwa 24 Fällen monatlich im Jahr 2023.
Alleiner in Hessen verzeichnete die Polizei 29 solche Straftaten, darunter einen Fall von Körperverletzung. Die Vorfälle reichten von propagandistischen Handlungen über Sachbeschädigung bis hin zu Nötigung. Bundesweit wurde etwa ein Drittel der dokumentierten Fälle rechtsextremen Tätern zugeordnet, 78 Taten gingen auf das Konto linksextremer Gruppen.
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) bestätigte für das Jahr 2025 55 Angriffe auf Medienmitarbeiter und Redaktionen in Deutschland – ein Rückgang gegenüber 89 Fällen im Jahr 2024. Trotz dieser Abnahme betonte die Organisation, dass der generelle Anstieg politisch motivierter Gewalt ein ernstes Problem bleibe. David Schliesing, medienpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, bezeichnete den Trend als "ziefst beunruhigend" und warnte vor den Gefahren für die freie Berichterstattung.
Die Zunahme der Angriffe setzt Medienvertreter unter wachsenden Druck. Mit fast 41 politisch motivierten Straftaten pro Monat unterstreichen die Zahlen die anhaltende Bedrohung für Journalisten im ganzen Land. Behörden und Menschenrechtsorganisationen beobachten die Lage weiterhin genau, während die Sicherheit von Medienmitarbeitern weiterhin auf dem Spiel steht.






