Digitaler Steuerbescheid kommt 2027 – doch viele müssen sich jetzt vorbereiten
Clara HartmannDigitaler Steuerbescheid kommt 2027 – doch viele müssen sich jetzt vorbereiten
Deutschlands Umstieg auf digitale Steuerbescheide verzögert sich bis 2027
Das neue System mit dem Namen DIVA (Digitaler Verwaltungsakt) wird die digitale Zustellung zum Standard für Steuerzahler machen. Wer künftig eine Papierversion erhalten möchte, muss diese ab diesem Zeitpunkt ausdrücklich anfordern.
Ursprünglich war der Wechsel zu digitalen Steuerbescheiden für einen früheren Termin vorgesehen. Die Behörden haben die Übergangsphase nun verlängert, um Steuerzahlern, Beratern und Finanzämtern mehr Zeit für die Vorbereitung zu geben. Sobald das System aktiv ist, werden die Bescheide automatisch in digitale Postfächer über das ELSTER-Portal verschickt.
Nach den neuen Regeln beginnt die einmonatige Frist für Einsprüche gegen einen Steuerbescheid bereits mit dem Eintrag des Dokuments im Postfach – selbst wenn der Steuerzahler es noch nicht geöffnet hat. Diese Änderung soll die Bearbeitung beschleunigen, erfordert jedoch, dass Nutzer ihre Konten regelmäßig prüfen. Die Bescheide stehen unmittelbar nach der Bearbeitung zur Verfügung.
Die Digitalisierung der deutschen Steuerverwaltung hat wiederholt Verzögerungen erlebt und hinkt damit Ländern wie Österreich hinterher. Das DIVA-Projekt, ein zentraler Schritt zur Modernisierung des Systems, erfordert die Abstimmung zwischen Bund und Ländern. Zwar ist keine einzelne Behörde federführend, doch die Struktur ähnelt dem KONSENS-Projekt, bei dem 16 Bundesländer und der Bund gemeinsam IT-Planung und -Umsetzung koordinieren.
Ab 2027 erhalten Steuerzahler ihre Bescheide standardmäßig digital. Die Verlängerung der Frist gibt allen Beteiligten zusätzliche Zeit zur Anpassung, doch Nutzer müssen sicherstellen, dass sie Zugang zum ELSTER-Portal haben. Papierbescheide werden nur noch auf vorherigen Antrag verschickt.






