Deutschlandticket in Thüringen: Preiserhöhung bremst Rekordnachfrage aus
Theo MayerDeutschland-Ticket: Nach Preiserhöhung schwankt die Nachfrage - Deutschlandticket in Thüringen: Preiserhöhung bremst Rekordnachfrage aus
Die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs in Erfurt erreichte 2025 einen neuen Höchststand: Fast 61 Millionen Fahrgäste stiegen in Busse und Straßenbahnen ein. Das entspricht einem Anstieg von 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig ist der Preis des beliebten Deutschlandtickets erneut gestiegen – seit Januar 2026 kostet es 63 Euro.
Das im Mai 2023 eingeführte Deutschlandticket entwickelte sich schnell zum Favoriten für Reisende in ganz Deutschland. Es ersetzte zahlreiche regionale Abo-Modelle und führte in Städten wie München, Hamburg und Köln zu einem deutlichen Anstieg der Fahrgastzahlen. Auch in Thüringen erholte sich die Nachfrage nach dem Ticket ab Mitte 2025: Die Abonnements stiegen von etwa 139.000 im Juli auf rund 156.500 bis Dezember.
Doch im Januar 2026 gingen die Verkäufe im Vergleich zum Vormonat um etwa 2.000 zurück. Der Rückgang folgt auf eine erneute Preiserhöhung – von 58 auf 63 Euro –, die bereits die dritte seit der Einführung darstellt. Behörden führen den Rückgang auf die höheren Kosten zurück und nicht auf saisonale Schwankungen im Reiseverhalten.
Das Ticket gilt im gesamten Netz des Verkehrsverbunds Mittelthüringen (VMT), einschließlich Erfurt, Weimar, Jena, Gera und der umliegenden Landkreise. Mit einem einzigen Abo können Fahrgäste Busse, Straßenbahnen und Züge in der gesamten Region nutzen. Zwar machen regionale Tickets weiterhin etwa 10 Prozent der Verkäufe aus, doch das Deutschlandticket dominiert mittlerweile die Tarifstruktur.
Die jüngste Preiserhöhung hat die Nachfrage nach dem Deutschlandticket in Thüringen gebremst. Sollten die Kosten weiter steigen, könnten regionale Abos wieder an Attraktivität gewinnen. Noch bleibt das Ticket ein zentraler Faktor für die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs – doch seine zukünftige Beliebtheit ist ungewiss.






