Deutschlands Schwimmbäder kämpfen um ihre Zukunft – DLRG schlägt Alarm
Clara HartmannDLRG bricht Mitgliedschaftsrekord - Kritik an baufälligen Schwimmbädern - Deutschlands Schwimmbäder kämpfen um ihre Zukunft – DLRG schlägt Alarm
Deutschlands öffentliche Schwimmbäder stehen unter wachsendem Druck
Veraltete Anlagen und eine steigende Nachfrage führen zu einer Krise in Deutschlands öffentlichen Schwimmbädern. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnt, dass ohne dringende Investitionen weitere Bäder schließen könnten – mit der Folge, dass Kindern und Rettungsschwimmern essenzielle Trainingsmöglichkeiten fehlen. Zwar verzeichnet die Organisation einen deutlichen Mitgliederschub, doch die marode Infrastruktur gefährdet die Fortschritte in der Schwimmausbildung.
Bis Ende 2025 stieg die Zahl der DLRG-Mitglieder bundesweit auf über 642.000 – ein Zuwachs von 15.000 im Vergleich zum Vorjahr. Wie Präsidentin Ute Vogt betonte, hält dieser Aufwärtstrend bereits seit Jahren an, mit Ausnahme der Corona-Pandemie. Fast die Hälfte aller Mitglieder ist 18 Jahre oder jünger. In Bayern sind sogar 60 Prozent der 41.539 DLRG-Mitglieder unter 26 Jahre alt.
Schwimmbadschließungen verschärfen die Lage
Doch der Mitgliederschub fällt in eine Zeit, in der die Schließung von Bädern zunimmt. Rund 80 öffentliche Schwimmbäder werden jährlich geschlossen, darunter 20 allein im Jahr 2023 – meist wegen Sanierungsstaus und finanzieller Engpässe. In Bayern führen überbuchte oder heruntergekommene Anlagen zu Wartelisten für Schwimmkurse von Kindern. Die Pandemie hat das Problem verschärft: Viele junge Menschen verfügen nicht über grundlegende Fähigkeiten zur Wassersicherheit.
Die DLRG fordert nun die Kommunen auf, enger zusammenzuarbeiten, um die Bäder offen zu halten. Die Organisation verlangt mehr Mittel für Sanierungen, den Ausbau von Badekapazitäten und eine konzertierte Aktion, um den Reparaturstau abzubauen. Ohne Gegenmaßnahmen drohten weitere Einschränkungen bei der Rettungsschwimmerausbildung und der Schwimmausbildung, warnt der Verband.
Investitionsbedarf wächst – doch die Ressourcen schwinden
Die Forderungen der DLRG unterstreichen die wachsende Kluft zwischen Nachfrage und verfügbaren Kapazitäten. Während die Mitgliederzahlen steigen, schrumpft die Anzahl der Schwimmbäder. Die lokalen Behörden geraten zunehmend unter Handlungsdruck. Werden die Probleme nicht gelöst, könnte dies künftige Generationen in und am Wasser einem höheren Risiko aussetzen.






