11 March 2026, 14:08

Deutschland setzt Ölreserven frei – doch Autofahrer tanken lieber im Ausland

Eine Grafik, die Europas Abhängigkeit von russischem Erdgas zeigt, mit Prozentangaben und Text, der den Anteil der Investitionen aus verschiedenen Ländern angibt.

Teurerer Kraftstoff: Hoffnung auf Entlastung durch Ölreserven - Deutschland setzt Ölreserven frei – doch Autofahrer tanken lieber im Ausland

Deutschland hat begonnen, Öl aus seinen strategischen Reserven freizugeben, um die steigenden Spritpreise zu entlasten. Der Schritt erfolgt nach einem deutlichen Anstieg der weltweiten Ölpreise aufgrund der eskalierenden Spannungen im Iran. Autofahrer in Grenzregionen tanken bereits jetzt vermehrt in Nachbarländern, wo die Steuern niedriger sind als in Deutschland.

Die Ölpreise stiegen Anfang März 2026 stark an und erreichten Werte, wie sie zuletzt Mitte 2022 zu beobachten waren. Der Preis für Brent-Rohöl kletterte innerhalb weniger Tage von rund 120 US-Dollar pro Fass auf über 100 US-Dollar – und kehrte damit einen einjährigen Abwärtstrend um. Noch vor diesem Preisschub waren die Energiekosten im Februar 2026 im Jahresvergleich um 1,9 Prozent gesunken.

Die G7-Staaten reagierten mit Beratungen über die Freigabe von Reserven, während die Internationale Energieagentur (IEA) die Mitglieder aufforderte, 400 Millionen Fass Öl auf den Markt zu bringen. Deutschlands Entscheidung steht im Einklang mit dieser Initiative und zielt darauf ab, die inländischen Spritpreise zu stabilisieren.

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In Brandenburg forderte Wirtschaftsminister Daniel Keller (SPD) weitere Maßnahmen. Er schlug eine Senkung der Spritsteuern vor und drängte die Bundesregierung zum Handeln. Keller betonte zugleich, dass die Ölversorgung Deutschlands gesichert sei und keine Engpässe zu erwarten seien.

Unterdessen tanken Autofahrer in Grenzregionen vermehrt in Polen, Tschechien, Österreich und Luxemburg. Die dort niedrigeren Steuern machen Benzin und Diesel deutlich günstiger als in Deutschland.

Die Freigabe der deutschen Ölreserven soll in den kommenden Wochen zu sinkenden Preisen an den Zapfsäulen führen. Die Landesregierung Brandenburgs setzt sich weiterhin für Steuersenkungen und Bundeshilfen ein. Bis die inländischen Preise nachgeben, werden Autofahrer in Grenzregionen voraussichtlich weiter im Ausland tanken.

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