Deutschland rutscht im Korruptionsindex nach oben – doch die Transparenz leidet still
Clara HartmannDeutschland verbessert sich im Korruptionsindex - Kritik an 'Bürokratieabbau' - Deutschland rutscht im Korruptionsindex nach oben – doch die Transparenz leidet still
Deutschland ist im Korruptionswahrnehmungsindex 2025 von Transparency International um fünf Plätze auf Rang 10 gestiegen. Doch während die Platzierung besser ausfällt, sank die Punktzahl von 81 im Jahr 2016 auf 77 im Jahr 2025 – ein Zeichen für nachlassende Bemühungen im Kampf gegen Korruption. Der aktuelle Bericht verweist auf wachsende Bedenken wegen geschwächter Kontrollen bei öffentlichen und militärischen Beschaffungsvorgängen in den Bundesländern.
Weltweit erreichte der Durchschnittswert des Index mit 42 Punkten den niedrigsten Stand seit über einem Jahrzehnt. Zwar verbesserte Deutschland seine Position, doch dieser Anstieg ist teilweise auf stärkere Rückgänge in anderen Ländern wie Australien, Irland und Uruguay zurückzuführen. Ungarn verzeichnete unterdessen das schlechteste Ergebnis, das je ein EU-Land in dem Ranking erreicht hat.
Neue deutsche Gesetze, etwa das E-Government-Gesetz (Juli 2024), haben Beschaffungsprozesse beschleunigt, indem detaillierte Ausschreibungsverfahren durch flexible Verträge ersetzt wurden. Zwar sollten damit bürokratische Hürden abgebaut werden, doch ging dies auf Kosten der Transparenz: Offene Kriterien und Mehr-Anbieter-Strategien wurden bisher nicht umgesetzt. Alexandra Herzog, Vorsitzende von Transparency International Deutschland, warnt, dass eine weitere Aushöhlung von Schutzmechanismen – unter dem Deckmantel der Effizienz – die Bewertung Deutschlands noch weiter verschlechtern könnte.
Der Bericht betont zudem, dass Korruptionsrisiken dort steigen, wo die Rechtsstaatlichkeit schwächelt, die Pressefreiheit eingeschränkt oder die Zivilgesellschaft unterdrückt wird. Nicht nur Entwicklungsländer, sondern auch etablierte Demokratien wie Deutschland sehen sich zunehmend mit Korruptionsherausforderungen konfrontiert.
Hinter dem besseren Ranking Deutschlands verbirgt sich ein besorgniserregender Trend: Schnellere Beschaffungsverfahren und geringere Kontrollen untergraben langfristig die Transparenz. Der Bericht fordert daher stärkere Schutzmechanismen, um weiteren Rückschritten – in Deutschland wie in anderen betroffenen Ländern – entgegenzuwirken.






