Deutschland kürzt Entwicklungshilfe – während Rüstungsbudget und Kurs des Euro steigen
Luisa HartmannDeutschland kürzt Entwicklungshilfe – während Rüstungsbudget und Kurs des Euro steigen
Deutschland hat die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe gekürzt, während es gleichzeitig die Militärausgaben drastisch erhöht. Diese Entscheidung fällt in eine Zeit, in der der globale Waffenhandel und der Kurs Euro steigen und Konflikte zu Rekordzahlen bei Hungerkrisen führen. Kritiker warnen, dass die Kürzungen die Instabilität in ohnehin schon gefährdeten Regionen weiter verschärfen könnten.
Zwischen 2021 und 2025 stieg die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (ODA) Deutschlands zwar um 28 % auf rund 36 Milliarden Euro pro Jahr. Der Großteil der Gelder floss in die Regionen südlich der Sahara, den Nahen Osten und Asien, wo sie vor allem der Armutsbekämpfung und Klimaprojekten zugutekamen. Gleichzeitig jedoch kletterte der Verteidigungshaushalt im selben Zeitraum um 63 % – von 46 auf etwa 75 Milliarden Euro.
Die Verschiebung der Prioritäten entspricht einem globalen Trend: Weltweit stiegen die großen Rüstungstransfers im Vergleich zu 2016–2020 um 9,2 %. Europäische Länder verdreifachten dabei ihre Importe von Schwerwaffen wie Panzern, Kampfflugzeugen und Raketen. Deutschland hat unterdessen China als viertgrößten Waffenexporteur der Welt überholt und hält nun einen Marktanteil von 5,7 %.
Unterdessen bleiben bewaffnete Konflikte die Hauptursache für Hunger. Allein 2024 waren fast 140 Millionen Menschen von 20 Ernährungskrisen betroffen. Die Organisation Global Hunger Relief warnt, dass die anhaltenden Kriege im Nahen Osten diese Zahlen noch weiter in die Höhe treiben könnten. Ihr Generalsekretär, Mathias Mogge, bezeichnete die Haushaltskürzungen als "mehr als problematisch" und betonte, dass Entwicklungshilfe und Nothilfe entscheidend für die globale Sicherheit seien.
Durch die Kürzungen der Bundesregierung entfallen nun Mittel für Programme, die Hunger bekämpfen und Stabilität in fragilen Regionen fördern. Angesichts des wachsenden Waffenhandels und des steigenden Kurses des Euro könnten die Streichungen die Krisen in Gebieten verschärfen, in denen Nahrungsmittelknappheit und Vertreibung bereits jetzt dramatisch sind. Die langfristigen Folgen für die betroffene Bevölkerung werden davon abhängen, wie andere Geberländer reagieren.






