23 January 2026, 00:16

Deutschland diskutiert Altersgrenze für soziale Medien nach australischem Vorbild

Ein Plakat mit einem Zitat aus Building a Better America, das besagt: "Wir müssen die Social-Media-Plattformen für das nationale Experiment zur Rechenschaft ziehen, das sie an unseren Kindern durchführen - zum Profit.", verziert mit Sternen.

Altersgrenze für Social Media: Prien kündigt Vorschlag bis Mitte des Jahres an - Deutschland diskutiert Altersgrenze für soziale Medien nach australischem Vorbild

Deutschland prüft neue Regeln zum Schutz von Jugendlichen in sozialen Medien. Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) hat bis Mitte des Jahres Frist gesetzt, um Vorschläge für die Einführung einer Altersgrenze vorzulegen. Der Vorstoß folgt dem Beispiel Australiens, das im Dezember vergangenen Jahres per Gesetz das Mindestalter für die Nutzung sozialer Medien auf 16 Jahre festlegte.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hält reine Altersbeschränkungen jedoch für unzureichend. Stattdessen fordert sie eine Stärkung der Medienbildung sowie eine konsequentere Durchsetzung des Jugendschutzes im Netz.

Bereits im September hatte Prien eine Expertenkommission damit beauftragt, Schutzmaßnahmen für junge Menschen in der digitalen Welt zu entwickeln. Die Expertenkommission für den Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt soll bis Mitte 2026 ihre Empfehlungen vorlegen. Im Fokus stehen dabei nicht nur mögliche Altersgrenzen, sondern auch weitergehende Maßnahmen wie Medienkompetenz und der Zugang zu altersgerechten Inhalten.

Australiens Erfahrung wird genau beobachtet. Seit Dezember wurden dort 4,7 Millionen Accounts aufgrund der neuen 16-Jahre-Regelung deaktiviert. Prien plädiert für einen Mix aus Verboten, Aufklärung und Inhaltsregulierung als besten Ansatz für Deutschland. Gleichzeitig zieht auch Großbritannien ähnliche Beschränkungen in Betracht.

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Die GEW betont, dass eine Altersgrenze nur Teil einer umfassenderen Strategie sein dürfe. Sie fordert eine "große Offensive für Medienbildung" sowie eine strengere Umsetzung bestehender Jugendschutzgesetze. Die Gewerkschaft warnt, dass eine bloße Altersbegrenzung die tieferliegenden Risiken im digitalen Raum nicht löse.

Priens Ministerium wird noch in der ersten Jahreshälfte erste Vorschläge vorlegen. Die vollständigen Empfehlungen der Expertenkommission werden 2026 erwartet. Sollten die Pläne umgesetzt werden, könnte Deutschland sich Australien und Großbritannien anschließen und die Regeln für junge Nutzer sozialer Medien verschärfen. Die Debatte zeigt die wachsende Sorge um die Sicherheit im Netz – mit Forderungen nach sowohl rechtlichen Grenzen als auch besserer Aufklärung, um Kinder und Jugendliche zu schützen.