05 June 2026, 19:33

Deutsche Filmpreise: Die Theorie von allem triumphiert – Wenders löst Debatte aus

Deutscher Filmpreis: Und dann spricht Wim Wenders

Deutsche Filmpreise: Die Theorie von allem triumphiert – Wenders löst Debatte aus

Die Deutschen Filmpreise: Emotionale Reden und unerwartete Momente

Die diesjährige Verleihung der Deutschen Filmpreise war geprägt von bewegenden Reden und überraschenden Augenblicken. Regisseur Wim Wenders löste mit einer umstrittenen Szene aus seinem Film Falsche Bewegung (1975) eine Debatte aus, während Die Theorie von allem mit zehn Auszeichnungen – darunter Bester Spielfilm – dominierte. Schauspieler:innen und Filmschaffende nutzten die Bühne zudem, um politische und gesellschaftliche Themen anzusprechen.

Die Preisverleihung begann mit dem Triumph von Die Theorie von allem, das mit der Goldenen Lola für den Besten Spielfilm ausgezeichnet wurde. Doch der Abend nahm bald eine kontroversere Wendung.

Wim Wenders nutzte seinen Auftritt, um eine Szene aus Falsche Bewegung mit der damals 15-jährigen Nastassja Kinski zu thematisieren. Er räumte ein, dass er die Szene heute anders drehen würde, und stellte die Frage, ob ältere Filme im Nachhinein bearbeitet werden sollten. Der Regisseur forderte eine breite Diskussion innerhalb der Deutschen Filmakademie und warnte davor, dass die Änderung einer Szene einen Präzedenzfall schaffen könnte.

Auch Schauspielerinnen setzten Akzente: Lena Urzendowsky, ausgezeichnet als Beste Nebendarstellerin, rief das Publikum zu mehr Empathie auf und lehnte Gewalt sowie grenzüberschreitendes Verhalten ab. Senta Berger erhielt unterdessen den Preis als Beste Hauptdarstellerin für Ach, diese Lücke, diese schreckliche Lücke – unter der Regie ihres Sohnes Simon Verhoeven.

Produzent Ingo Fliess nahm die Silbere Lola für Gelbe Briefe mit einer berührenden Rede entgegen. Er lobte Deutschland als einen Ort, an dem er seine Sorgen frei äußern könne, ohne Angst haben zu müssen. Doch der Abend hatte auch humorvolle Pannen zu bieten: Regisseur Leander Haußmann sorgte für irritierte Blicke, als er İlker Çataks Namen in einer Würdigung falsch aussprach.

Akademiepräsident Florian Gallenberger und Moderator Christian Friedel nutzten die Gelegenheit, um ihre Besorgnis über den Aufstieg der rechtspopulistischen AfD zu äußern. Ihre Äußerungen gaben der Veranstaltung eine politische Note.

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Die Preisverleihung endete mit offenen Fragen zu Filmethik und künstlerischer Freiheit. Die Theorie von allem ging als großer Gewinner vom Platz, doch die von Wenders und anderen angestoßenen Debatten werden die Branche wohl noch länger beschäftigen. Der Abend zeigte einmal mehr, wie Filmschaffende ihre Plattform zunehmend nutzen, um gesellschaftliche und politische Themen zu adressieren.

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