Deutsche Bahn überwindet Personalmangel in Stellwerken – doch bleibt die Wende nachhaltig?
Jonas HofmannDeutsche Bahn überwindet Personalmangel in Stellwerken – doch bleibt die Wende nachhaltig?
Deutschlands Bahnbetreiber macht Fortschritte bei der Bekämpfung des langjährigen Personalmangels in Stellwerken
Die Bundesnetzagentur hat kürzlich Verbesserungen festgestellt und daher weitere Strafandrohungen vorerst ausgesetzt. Diese Entwicklung folgt auf Jahre der Verspätungen und Kritik wegen Personalengpässen in den wichtigsten Steuerzentralen.
Jahre lang hatten anhaltende Fachkräftemangel bei Fahrdienstleitern zu flächendeckenden Störungen geführt. Verspätungen und Zugausfälle wurden zur Regel und verärgerten sowohl Fahrgäste als auch private Eisenbahnunternehmen. Branchenverbände warfen dem Betreiber immer wieder vor, keine zuverlässigen Dienstleistungen sicherzustellen.
Bis Dezember 2025 hatte DB InfraGO, die Infrastrukturtochter der Deutschen Bahn, rund 2.200 neue Stellwerksmitarbeiter eingestellt und ausgebildet – ein Plus von 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die verstärkten Anstrengungen zur Gewinnung und Bindung von Fachkräften gingen einher mit der Modernisierung veralteter Signaltechnik.
Die Erfolge zeigten sich Anfang 2026: Bundesweit erreichte die Personalausstattung in den Stellwerken im Durchschnitt 100 Prozent. Zwar kann es vereinzelt noch zu Engpässen kommen, doch insgesamt hat sich die Lage stabilisiert. Die Bundesnetzagentur, die das Unternehmen zuvor wegen Personalmangels mit Bußgeldern belegt hatte, erkennt nun den positiven Trend an.
Der Betreiber konzentriert sich weiterhin auf zwei zentrale Ziele: die Bindung erfahrener Mitarbeiter und die Beschleunigung technischer Aufrüstungen. Beide Maßnahmen sollen künftige Personalengpässe verhindern und die Zuverlässigkeit des Schienenverkehrs im ganzen Land verbessern.
Durch die Rekrutierungsoffensive und die Personalaufstockung hat sich die Belastung für das deutsche Schienennetz verringert. Da die Stellwerke nun im Durchschnitt voll besetzt sind, dürften Betriebsstörungen zurückgehen. Die nächste Herausforderung wird sein, diese Fortschritte zu halten und gleichzeitig die Einführung modernisierter Steuerungssysteme voranzutreiben.






