Deutsche Bahn drohen massive Zugkürzungen in Bayern wegen maroder Gleise
Theo MayerMarode Bahn: Zugstreichungen in der Diskussion - Deutsche Bahn drohen massive Zugkürzungen in Bayern wegen maroder Gleise
Die Deutsche Bahn erwägt Kürzungen im Zugverkehr in Bayern, nachdem sich der Zustand des Schienennetzes in der Region weiter verschlechtert hat. Der Schritt folgt auf Warnungen von Behörden, die seit Jahren auf Vernachlässigung und Unterfinanzierung hinweisen. In den vergangenen Tagen haben die Gespräche zwischen der Landesregierung und den Bahnbetreibern an Intensität gewonnen.
Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) und die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, räumten nach einem nicht öffentlichen Treffen ein, dass sich das Netz in einem desolaten Zustand befindet. Pallas Austausch mit dem CSU-Verkehrsexperten Jürgen Baumgärtner machte das Ausmaß der Probleme deutlich. Baumgärtner bestätigte später im Landtag, dass Fahrplaneinschränkungen unvermeidbar sein könnten, um Engpässe an neuralgischen Knotenpunkten zu entlasten.
Bernreiter lehnte den früheren Plan der Bahn ab, die Strecke München–Rosenheim 2028 monatelang komplett zu sperren. Er betonte, dass Ausfälle nur das letzte Mittel sein dürften. Unterdessen schlug Philipp Nagl, Chef von DB InfraGO, vor, die Regeln für die Trassenvergabe zu überarbeiten, um Servicequalität und Kapazitäten besser in Einklang zu bringen.
Die Grünen forderten die Landesregierung auf, die Mittel für die Schieneninfrastruktur deutlich aufzustocken. Die bereits laufenden Sanierungsarbeiten, die Teil eines bis 2036 angelegten Programms sind, werden voraussichtlich noch ein weiteres Jahrzehnt in Anspruch nehmen. Während einige Projekte wie die Weichenmodernisierung in Geltendorf etwa zehn Tage dauern, ziehen sich andere – etwa die Arbeiten an der Strecke Nürnberg–Regensburg – über Monate hin. Die Deutsche Bahn hat bisher keine offizielle Stellungnahme abgegeben; eine Mitteilung wird für Anfang nächster Woche erwartet.
Die Zukunft des Bahnverkehrs in Bayern bleibt ungewiss, solange die Verhandlungen andauern. Eventuelle Änderungen hängen von den Finanzierungsentscheidungen und davon ab, wie die Deutsche Bahn die langfristigen Instandsetzungsarbeiten am Netz bewältigt. Eine formelle Aktualisierung durch den Konzern steht in den kommenden Tagen an.






