Deutsche Autofahrer fliehen wegen Spritpreisen nach Polen – und nehmen Kanister mit
Jonas HofmannIranischer Krieg treibt Kraftstoffpreise in die Höhe und veranlasst Fahrer nach Polen - Deutsche Autofahrer fliehen wegen Spritpreisen nach Polen – und nehmen Kanister mit
Immer mehr deutsche Autofahrer tanken in Polen – angelockt von deutlich niedrigeren Spritpreisen. Viele nehmen sogar zusätzliche Kanister mit, um die Ersparnis voll auszunutzen. Der Trend hat sich verschärft, seit die Energiekosten in ganz Europa steigen und an polnischen Grenzstationen lange Schlangen entstehen.
In Polen ist Kraftstoff nach wie vor deutlich günstiger als in Deutschland: Ein Liter Normalbenzin kostet dort im Schnitt etwa 1,40 Euro, Superbenzin rund 1,55 Euro und Diesel etwa 1,50 Euro. Deutsche Autofahrer sparen beim Tanken jenseits der Grenze bis zu 45 Cent pro Liter bei Premiumkraftstoff.
Der schwache polnische Złoty im Vergleich zum Euro macht den Preisdifferenz noch attraktiver. Doch die gestiegene Nachfrage führt zu langen Wartezeiten an Tankstellen in den Grenzregionen. Die Situation ist Teil des breiteren Anstiegs der Energiepreise, der mit globalen Spannungen – etwa dem Iran-Konflikt – zusammenhängt.
In Deutschland kämpft vor allem der Transportsektor, insbesondere in der Ostbrandenburg, mit den steigenden Spritkosten. Viele Unternehmen können die höheren Ausgaben nicht an die Kunden weitergeben und sehen ihre Gewinne schrumpfen. Gleichzeitig verlieren deutsche Tankstellen in Grenznähe Kunden, was ihre Lage zusätzlich belastet.
Die Preislücke zwischen beiden Ländern zeigt keine Anzeichen einer baldigen Schließung. Deutsche Autofahrer werden voraussichtlich weiter für günstigeren Sprit über die Grenze fahren, während lokale Betriebe unter anhaltendem finanziellen Druck stehen. Der Trend verdeutlicht die weitreichenden wirtschaftlichen Folgen steigender Energiekosten – für Verbraucher wie für die Industrie.






