Cottbus setzt auch vermehrt auf Überwachungskameras im Kampf gegen Gewalt - Cottbus verschärft Maßnahmen gegen dramatisch steigende Schulgewalt
Gewalt an Cottbuser Schulen nimmt dramatisch zu – Stadt reagiert mit schärferen Maßnahmen
In den vergangenen zwei Jahren hat die Gewalt an Schulen in Cottbus stark zugenommen und liegt mittlerweile deutlich über dem Landesdurchschnitt. Zwischen 2024 und 2025 stiegen die gemeldeten Vorfälle um 28 Prozent – von 152 auf 195 Fälle. Zum Vergleich: In Städten wie Potsdam und Brandenburg an der Havel lag der Anstieg bei nur 15 Prozent. Nun fordern lokale Verantwortliche strengere Maßnahmen, um das Problem in den Griff zu bekommen.
Bürgermeister Tobias Schick (SPD) hat ein Maßnahmenpaket vorgeschlagen, das unter anderem schnellere Schulverweise für Wiederholungstäter sowie eine Herabsetzung der Strafmündigkeit bei extremer Gewalt vorsieht. Zudem soll die Videoüberwachung an Schulen ausgeweitet werden – ein Vorhaben, das sowohl vom designierten Innenminister Jan Redmann als auch vom amtierenden Minister René Wilke (SPD) unterstützt wird.
Besonders betroffen ist der Cottbuser Stadtteil Sachsendorf, wo die Zunahme der Schulgewalt am stärksten ausfällt. Wie aus einem Bericht des Brandenburgischen Bildungsministeriums vom Februar 2026 hervorgeht, übertrifft der Anstieg in der Stadt den Landestrend deutlich. Schick argumentiert, dass Schüler, die schwere oder wiederholte Straftaten begehen, zügig in alternative Lernzentren verlegt oder ganz vom regulären Unterricht ausgeschlossen werden müssten.
Der Bürgermeister fordert zudem, die Altersgrenze für die Strafmündigkeit bei extremen Gewalttaten unter 14 Jahre zu senken. Er berief sich auf eine angebliche öffentliche Unterstützung für mehr Sicherheit, etwa durch moderne Videoüberwachung, räumte jedoch ein, dass dafür Änderungen im Datenschutzrecht und im öffentlichen Sicherheitsgesetz notwendig wären.
Innenminister René Wilke hat bereits Signalbereitschaft gezeigt, in besonders gefährdeten Bereichen mehr Kameras installieren zu lassen. Sein Nachfolger Jan Redmann, der das Amt bald übernehmen wird, unterstrich nach einem Messerangriff in Solingen 2024 die Forderung nach verschärften Sicherheitsvorkehrungen. Die neuen Regelungen in Cottbus sehen nun unter anderem vor, dass Schüler nach mehrfachen Verstößen mit einem Schulverweis rechnen müssen.
Die Stadt will mit einem Bündel an verschärften Maßnahmen gegen die eskalierende Gewalt vorgehen: dazu gehören schnellere Ausschlüsse von Problemschülern, ein Ausbau der Überwachungstechnik und mögliche gesetzliche Anpassungen, um jüngere Täter stärker zur Verantwortung zu ziehen. Die Verantwortlichen sind überzeugt, dass diese Schritte helfen werden, die steigende Zahl der Vorfälle – insbesondere in den am stärksten betroffenen Stadtteilen – einzudämmen.






