Chrupalla verteidigt Beschäftigung von AfD-Angehörigen in Bürgerbüros
Luisa HartmannAfD-Vorsitzender Chrupalla beschäftigt Frau eines Parteikollegen - Chrupalla verteidigt Beschäftigung von AfD-Angehörigen in Bürgerbüros
Tino Chrupalla, Co-Vorsitzender der AfD, hat sich zu Vorwürfen geäußert, wonach er in seinen Wahlkreisbüros Angehörige beschäftigt habe. Medienberichten zufolge haben seit 2017 mindestens 25 AfD-Abgeordnete Familienmitglieder in ihren Dienststellen angestellt. Chrupalla räumte ein "Unbehagen", betonte jedoch, dass die Verträge rechtmäßig seien.
Im Mittelpunkt der Kritik stehen Chrupallas Bürgerbüros in Weißwasser und Niesky. Dort arbeitet seit 2017 eine Mitarbeiterin – die Ehefrau des sächsischen AfD-Landtagsabgeordneten Robert Kuhnert. Zu ihren Aufgaben gehören die Bearbeitung von Bürgeranfragen und die Organisation von Bundestagsbesuchen.
Kuhnert, seit 2015 AfD-Mitglied, nutzt die Räumlichkeiten gemeinsam mit Chrupalla, beschäftigt jedoch keine eigenen Angehörigen. Chrupalla stellte klar, dass zwischen ihm und Kuhnert keine Verwandtschaft bestehe und es in Kuhnerts Büro auch keine gegenseitige Beschäftigung von Familienmitgliedern gebe. Die Praxis nannte er "unproblematisch".
Daten von Rechercheplattformen wie Correctiv sowie Bundestagsunterlagen zeigen, dass seit 2017 mindestens 25 AfD-Politiker Angehörige in ihren Büros angestellt haben. Die genauen Zahlen variieren je nach Quelle, einige Erhebungen reichen bis ins Jahr 2025.
Chrupallas Stellungnahme erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender Kritik an den Personalpraktiken der AfD. Zwar gab er ein gewisses Unbehagen zu, beharrte jedoch darauf, dass alle Verträge den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Die Debatte ist Teil einer größeren Diskussion über Transparenz bei der Besetzung politischer Mitarbeiterstellen.






