17 March 2026, 20:10

Chemieindustrie in Deutschland kämpft mit Rekord-Strompreisen und drohenden Werksschließungen

Grafik zeigt Treibstoffpreise in den Vereinigten Staaten im Zeitverlauf mit zwei Linien: einer blauen Linie, die sinkende Preise anzeigt, und einer grünen Linie, die steigende Preise anzeigt.

Schweitzer fordert mehr Engagement von Merz für chemisches Dialog - Chemieindustrie in Deutschland kämpft mit Rekord-Strompreisen und drohenden Werksschließungen

Deutschlands Chemieindustrie steht unter massivem Druck, da die Industrie-Strompreise weiterhin deutlich höher liegen als in den Nachbarländern. Mit Kosten von 15 bis 20 Cent pro Kilowattstunde – gegenüber 8 bis 12 Cent in Frankreich und den Niederlanden – sind die Produktionskosten um bis zu 40 Prozent explodiert. Die Folge: Werke werden geschlossen oder ins Ausland verlagert. Nun fordern politische Spitzenkräfte dringendes Handeln der Bundesregierung, um den Sektor vor weiteren Schäden zu bewahren.

Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) aus Rheinland-Pfalz wirft Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor, die kämpfende Chemieindustrie im Stich zu lassen. In einem scharf formulierten Schreiben forderte Schweitzer Merz auf, sich endlich mit echter Entschlossenheit dem seit langem stockenden "Chemie-Dialog" zu widmen. Das Programm, das Deutschland als führenden europäischen Standort für Chemie, Pharmazie und Biotechnologie etablieren soll, kommt trotz seiner zentralen Rolle im Koalitionsvertrag kaum voran.

Schweitzer kritisierte zudem Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) wegen ihrer zögerlichen Reaktion auf die steigenden Spritpreise. Anwohnerpendler und kleine Unternehmen hätten für die Untätigkeit der Regierung bereits "einen empörend hohen Preis" gezahlt, so der SPD-Politiker. Besonders frustriert zeigte er sich über die Verzögerungen bei der Lösung des Problems der hohen Industrie-Strompreise – obwohl es hierfür innerhalb der Bundesregierung längst einen Konsens gebe.

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Branchenvertreter warnen vor weiteren Belastungen, darunter lieferkettenbedingte Engpässe durch den Iran-Konflikt und stark gestiegene Rohstoffkosten im Bausektor. Diese Faktoren verschärfen die Auswirkungen der hohen Energiepreise und treiben immer mehr Unternehmen dazu, ihre Standorte in Deutschland infrage zu stellen.

Die Wettbewerbsfähigkeit der Chemieindustrie schwindet angesichts der hohen Energiekosten und der anhaltenden Lieferkettenprobleme weiter. Ohne schnelle Gegenmaßnahmen der Bundesregierung drohen weitere Werksschließungen und Abwanderungen. Schweitzers Appell an Merz, endlich konkrete Lösungen vorzulegen, erhöht nun den Druck auf den Kanzler.

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