29 June 2026, 18:16

CDU-Politiker Krings zerpflückt Prostituiertenschutz-Kommission als "realitätsfremd"

CDU-Vize Krings kritisiert Kommission zur Prostitutionsreform

CDU-Politiker Krings zerpflückt Prostituiertenschutz-Kommission als "realitätsfremd"

Günter Krings, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat eine von der Bundesregierung eingesetzte Kommission scharf kritisiert, die die Reform des deutschen Prostituiertenschutzgesetzes prüft. Er bezeichnete das Gremium von Anfang an als einseitig und realitätsfremd und äußerte sich tief enttäuscht über dessen Zusammensetzung und Arbeitsweise.

Die Kommission war auf Initiative von Bundesfamilienministerin Karin Prien eingerichtet worden, um mögliche Reformen auszuloten. Krings, der zugleich als frauenpolitischer Sprecher der CDU fungiert, wirft ihr vor, sowohl in ihrer Besetzung als auch in ihrer Vorgehensweise mangelhaft zu sein.

Er verwies dabei auf ein Gutachten eines kriminologischen Instituts, das die Kommission als Grundlage nutzt. Der Leiter dieser Studie sitzt zugleich dem Gremium vor – ein Interessenkonflikt, der Bedenken hinsichtlich der Neutralität aufwirft. Laut dem Dokument verfügen 25 Prozent der gemeldeten Sexarbeiter:innen über einen Hochschulabschluss und 80 Prozent sind krankenversichert. Krings wies diese Zahlen als realitätsfern zurück und betonte, sie spiegelten lediglich einen kleinen, privilegierten Ausschnitt der Branche wider.

Zudem machte er auf das Ausmaß der Schwarzarbeit in diesem Bereich aufmerksam. Schätzungen zufolge sind in Deutschland nicht mehr als zehn Prozent der Sexarbeiter:innen offiziell registriert. Darüber hinaus verwies er darauf, dass bundesweit lediglich 50 Personen in diesem Gewerbe sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Krings warf dem Kommissionvorsitzenden vor, fragwürdige Forschung zu betreiben und deren Ergebnisse zu verteidigen, statt auf Kritik einzugehen.

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Die CDU/CSU-Fraktion bleibt skeptisch gegenüber dem Vorgehen der Kommission. Angesichts der wahrgenommenen Voreingenommenheit und unrealistischen Datengrundlagen könnten ihre Ergebnisse und Empfehlungen auf erheblichen Widerstand stoßen. Die Debatte um eine Reform des Prostituiertenschutzgesetzes in Deutschland wird voraussichtlich unter kritischer Beobachtung weitergeführt.

Quelle