27 April 2026, 22:08

CDU-Mitglieder brechen Tabu und kooperieren mit der AfD in Biebesheim am Rhein

Eine Gruppe von Menschen, die um einen Tisch mit Papieren stehen und lächeln, umgeben von Fahnen, Topfpflanzen und einem Rahmenfoto an der Wand, was die Unterzeichnung eines U.S.-Canada-Memorandums of Understanding anzeigt.

CDU-Mitglieder brechen Tabu und kooperieren mit der AfD in Biebesheim am Rhein

In der CDU ist ein Streit ausgebrochen, nachdem lokale Mitglieder in Biebesheim am Rhein mit der AfD zusammenarbeiteten, um einen stellvertretenden Bürgermeister zu wählen. Der Schritt widersprach der Parteilinie und löste Ausschlussverfahren gegen die Beteiligten aus. Der Vorfall unterstreicht die wachsenden Spannungen über die Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen Partei auf kommunaler Ebene.

Die Kontroverse begann, als CDU- und AfD-Vertreter in Biebesheim am Rhein eine gemeinsame Kandidatenliste für die Wahl der ehrenamtlichen stellvertretenden Bürgermeister einreichten. Trotz anfänglicher Meinungsverschiedenheiten einigten sich die beiden Parteien auf einen Vorschlag, der schließlich zur Wahl des AfD-Kandidaten Bernd Kahnert in den Gemeindevorstand führte. Die CDU-Fraktion unter Ulrich Harth hatte offen für einen Posten als stellvertretender Bürgermeister geworben, obwohl die Partei nur acht Sitze hält – im Vergleich zu sechs Sitzen der AfD.

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Die gemeinsame Abstimmung wurde von der CDU als "offensichtlich spontan und unabgestimmt" bezeichnet. Zudem verstieß sie gegen die Unvereinbarkeitsbeschlüsse der Partei aus den Jahren 2018 und 2020, die eine Zusammenarbeit mit der AfD verbieten. Der hessische CDU-Generalsekretär Leopold Born forderte "sofortige und konsequente" Maßnahmen auf lokaler Ebene.

Als Reaktion leitete der CDU-Kreisverband Groß-Gerau Ausschlussverfahren gegen die beteiligten Mitglieder ein. Der Kreisvorsitzende Stefan Sauer erklärte, die Entscheidung sei endgültig, und weitere Schritte würden geprüft. Die gemeinsame Liste war eine direkte Herausforderung an den gemeinsamen Vorschlag von SPD, Grünen und Freien Wählern, die gemeinsam 17 der 31 Stadtratsmandate halten.

Eine aktuelle Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) ergab, dass es in fast 19 Prozent von rund 5.000 Sachabstimmungen zwischen Mitte 2019 und Mitte 2024 "direkte Zusammenarbeit" zwischen der AfD und anderen Parteien auf kommunaler Ebene gab. Die Forschung zeigte zudem, dass fraktionslose Stadträte und Mitglieder kleinerer Parteien am ehesten mit der AfD kooperierten.

Die CDU hat klare Schritte gegen Mitglieder eingeleitet, die gegen Parteiregeln verstoßen haben, indem sie mit der AfD zusammenarbeiteten. Ausschlussverfahren laufen bereits, und weitere Maßnahmen könnten folgen. Der Vorfall spiegelt ein breiteres Muster lokaler politischer Bündnisse wider, wie es auch die WZB-Studie aufzeigt – die quer durch die Parteien bestehende Zusammenarbeit mit der AfD bleibt ein umstrittenes Thema.

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