Butter oder Margarine: Welches Streichfett ist wirklich gesünder fürs Herz?
Theo MayerButter oder Margarine: Welches Streichfett ist wirklich gesünder fürs Herz?
Die jahrelange Debatte über Butter versus Margarine hat eine neue Wendung genommen. Aktuelle Studien konzentrieren sich weniger darauf, ob Streichfette tierischen oder pflanzlichen Ursprungs sind, sondern vielmehr auf ihren Gehalt an Fettsäuren. Fachleute sind sich einig, dass die Art der Fette in diesen Produkten eine entscheidende Rolle für die Herzgesundheit und die allgemeine Ernährung spielt.
2024 zeigte die Forschung, dass bestimmte Margarinesorten dabei helfen können, gesundes Ernährung zu fördern, während eine Harvard-Studie aus dem Jahr 2025 pflanzliche Öle mit einem geringeren Risiko für einen vorzeitigen Tod in Verbindung brachte – im Vergleich zu Butter. Dennoch bleiben beide Streichfette kalorienreich, weshalb weiterhin zu maßvollem Verzehr geraten wird.
Butter und Margarine unterscheiden sich deutlich in ihrem Fettsäureprofil. Butter enthält reichlich gesättigte Fettsäuren, die bei übermäßigem Konsum den LDL-Cholesterinspiegel erhöhen können – ein Risikofaktor für Herzerkrankungen. Allerdings liefert sie von Natur aus fettlösliche Vitamine wie A, D und E. Margarine hingegen wird meist aus pflanzlichen Ölen wie Raps- oder Leinsamenöl hergestellt, die mehr ungesättigte Fettsäuren enthalten, darunter Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren.
Die Wahl des Öls in der Margarine ist entscheidend. Sorten mit Raps- oder Leinsamenöl gelten als gesünder als solche mit Palm- oder Kokosfett. Einige Marken fügen zudem pflanzliche Sterine hinzu – Verbindungen, die die Cholesterinaufnahme hemmen und den LDL-Spiegel zusätzlich senken können. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, gesättigte Fettsäuren auf weniger als 10 Prozent der täglichen Kalorienzufuhr zu begrenzen, was hochwertige Margarinesorten besonders für Menschen mit Herzerkrankungen oder Fettstoffwechselstörungen zur besseren Wahl macht.
Die Harvard-Studie von 2025 untermauerte diese Erkenntnisse. Sie zeigte, dass der Ersatz von Butter durch pflanzliche Öle wie Olivenöl mit einem um 16 Prozent geringeren Sterberisiko bei denjenigen einherging, die am meisten davon zu sich nahmen. Ein hoher Butterkonsum hingegen war mit einem um 15 Prozent erhöhten Risiko verbunden. Die Forscher führten dies auf die positive Wirkung ungesättigter Fettsäuren auf die Herzgesundheit zurück, die den LDL-Cholesterinspiegel senken. Gleichzeitig wiesen sie darauf hin, dass die Beobachtungsstudie gewisse Unsicherheiten berge.
Sowohl Butter als auch Margarine liefern wichtige Nährstoffe, bringen aber auch Nachteile mit sich. Butter bietet natürliche Vitamine, enthält jedoch mehr gesättigte Fette, während moderne Margarinesorten herzgesunde ungesättigte Fettsäuren und in manchen Fällen sogar cholesterinsenkende Sterine bieten. Ernährungsrichtlinien betonen weiterhin die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung: Verbraucher sollten den Verzehr aller fettreichen Streichfette begrenzen und – wo möglich – pflanzliche Alternativen bevorzugen.






