22 March 2026, 04:11

Bundeswehr testet Wehrtauglichkeit: Fragebögen für 18-Jährige sorgen für Diskussionen

Offenes Buch mit handgeschriebenen Einträgen aus einem deutschen Militärtagebuch aus dem frühen 20. Jahrhundert, enthaltend Text- und numerische Daten.

Militärberater bei der Einberufung: 'Elternsorgen wachsen' - Bundeswehr testet Wehrtauglichkeit: Fragebögen für 18-Jährige sorgen für Diskussionen

Deutschland hat damit begonnen, Fragebögen an 18-Jährige zu verschicken, um ihre Eignung für den Wehrdienst zu prüfen. Der Schritt markiert einen Politikwechsel, auch wenn die allgemeine Wehrpflicht noch nicht wieder eingeführt wurde. Viele junge Menschen und ihre Familien sehen sich nun mit Fragen zu einer möglichen militärischen Verpflichtung konfrontiert – besonders vor dem Hintergrund globaler Spannungen.

Das neue System verlangt von allen 18-jährigen Männern – und lädt Frauen ein –, einen Fragebogen zu ihrer Motivation für den Wehrdienst auszufüllen. Die ersten Schreiben wurden am 15. Januar in Sachsen-Anhalt versandt, bis Ende des Monats folgten weitere. Seitdem soll die Zahl der freiwilligen Bewerbungen bei der Bundeswehr gestiegen sein.

Nach deutschem Recht können diejenigen, die den Militärdienst aus Gewissensgründen ablehnen, einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung stellen. Wird dieser genehmigt, müssen sie stattdessen einen zivilen Ersatzdienst leisten. Im Jahr 2025 wurden 2.830 solche Anträge bewilligt, und bis Ende Februar dieses Jahres waren es bereits 1.035.

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) bietet Beratung für Menschen an, die unsicher sind, ob sie Wehrdienst leisten sollen. In letzter Zeit haben sich auch Reservisten an die Kirche gewandt, besorgt über Diskussionen zu möglichen Konflikten – etwa einem hypothetischen Angriff auf den Iran. Zwar ist ein solches Szenario nicht eingetreten, doch die Unsicherheit führt bei denen, die möglicherweise einberufen werden könnten, zu Nachdenklichkeit.

Falls es der Bundeswehr nicht gelingt, auf diesem Weg genug Freiwillige zu rekrutieren, hat die Regierung angedeutet, eine "bedarfsorientierte Wehrpflicht" einführen zu können. Diese Möglichkeit verstärkt die Verunsicherung bei vielen jungen Erwachsenen und ihren Familien.

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Das Fragebogensystem soll das Interesse am Wehrdienst ermitteln, ohne sofort eine Pflicht einzuführen. Doch die steigende Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung deutet darauf hin, dass die Vorstellung von Krieg bei vielen nach wie vor Unbehagen auslöst. Vorerst wird die Regierung die freiwilligen Meldungen beobachten, bevor sie über weitere Schritte entscheidet.

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